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EUROPÄISCHE UNION

Vor Importverbot für Iran-Öl

January 5, 2012
Zeitpunkt für die Verhängung des Embargos ist aber noch nicht fixiert worden.

Die Regierungen der Europäischen Union haben eine präliminare Einigung hinsichtlich des Verbots von Importen iranischen Erdöls in den EU-Raum erzielt. Allerdings ist, wie Diplomaten der Union am Mittwoch erklärten, der Entscheid bezüglich des Zeitpunktes für die Verhängung eines solchen Embargos noch nicht gefallen. Das soll vermutlich an einer Tagung der EU-Aussenminister Ende Januar geschehen. Griechenland, das sich bis zum Schluss gegen ein Ölembargo verwahrt hatte, stimmte zum Schluss doch noch zu. Unter dem Schutz der Anonymität meinte ein EU-Diplomat, es sei viel Fortschritt erzielt worden, und die Grundsatzfrage des Embargos sei nicht mehr Gegenstand von Debatten. Ein europäisches Einfuhrembargo gegen iranisches Rohöl wäre Teil einer konzertierten Aktion des Westens im Bestreben, den Druck auf Teheran zu erhöhen, damit dieses von seinem Nuklearprogramm ablässt, das in den Augen vieler Regierungen die Produktion einer Atombombe bezweckt. – Die Spannungen zwischen dem Westen und Iran, nach Saudi-Arabien zweitgrösster Ölproduzent der Welt, haben den Preis für das «schwarze Gold» bereits merklich erhöht. Nach dem Durchsickern der Neuigkeit aus dem EU-Raum stieg der Preis für Brent-Öl am Mittwoch auf fast 114 Dollar pro Fass. Iran liefert täglich rund 450000 Fass Öl an EU-Mitgliedstaaten, was die Union nach China zur zweitgrössten Abnehmerin von iranischem Erdöl macht. Sollte das EU-Embargo gegen iranisches Rohöl tatsächlich in Kraft treten, gibt es dem Vernehmen nach stillschweigende Abkommen, wonach Saudi-Arabien und andere Ölländer die ausfallenden Mengen des Energieträgers in den EU-Raum liefern werden. [JU]





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