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Schlusstrich unter Entflechtung

July 1, 2011
Kabinett verabschiedet 300-Millionen-Deal mit evakuierten Siedlern.

Am Vorabend des sechsten Jahrestags der Evakuierung und anschliessenden Zerstörung von 21 Siedlungen im Gazastreifen und vier in Nord-Samaria in der Westbank im August 2005 verabschiedete das israelische Kabinett an seiner Sitzung vom Sonntag einen Deal in Höhe von 300 Millionen Schekel (knapp 75 Millionen Franken) mit den Siedlern. Das würde nach Ansicht des Kabinetts alle Kompensationsforderungen der Siedler an den Staat erfüllen. Premier Netanyahu gab an der Sitzung zu verstehen, dass damit eine jahrelange menschliche Tragödie zu ihrem Abschluss gebracht worden sei und die Evakuierten sich nun auf die «Rehabilitierung ihres Lebens» konzentrieren könnten. Laut offiziellen Stellen leben heute 33 Prozent der total 9000 evakuierten Siedler in permanenten Wohnungen, und weitere 40 Prozent sind im Begriff, sich solche Behausungen zu bauen. Bis Ende 2012 dürften die meisten Familien ihren endgültigen Standort in 23 Gemeinden gefunden haben. Abgesehen von dem jetzt geschlossenen Deal über 300 Millionen Schekel hat jede Familie im Durchschnitt 800000 Schekel erhalten, mit denen die neuen Wohnungen bezahlt werden müssen. Ein Teil der Summe gilt auch als Kompensation für das jahrelange Leben im Gazastreifen und Nord-Samaria. Alles in allem hat der Staat sich die Entflechtung drei Milliarden Schekel kosten lassen. [JU]





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