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SYRIEN

Raketenmanöver als Warnung

December 5, 2011
Ankara und Jerusalem sind die hauptsächlichen Adressaten des syrischen Winks mit dem Zaunpfahl.

Während die Präsident Bashar Assad loyalen syrischen Sicherheitsverbände ihr brutales Vorgehen gegen die Demonstranten ungeachtet eines Ultimatums der Arabischen Liga fortsetzen – alleine am Sonntag kamen dabei wieder über 30 Menschen ums Leben - fühlt das Regime in Damaskus sich angesichts des wachsenden internationalen Drucks offenbar immer stärker an die Wand gedrückt. Nur so lassen sich die Raketenmanöver erklären, in deren Verlauf die syrische Armee am Sonntag Raketen vom Typ Scud-B getestet hat. Zwar wurden die Geschosse mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometer in östlicher Richtung abgefeuert, doch braucht es keine besondere Fantasie, um sich auszumalen, wer die wirklichen Adressaten dieser Warnbotschaft sind: Die Türkei, deren Beziehungen zum ehemals engen Alliierten Syrien sich in letzter Zeit deutlich verschlechtert haben, dann aber vor allem Israel, deren Territorium fast gänzlich im Einzugsbereich der Scud-Raketen liegt. In den vergangenen Wochen haben Sprecher in Damaskus wiederholt erklärt, dass Israel nicht ungeschoren davon kommen würde, sollten ausländische Kräfte Syrien angreifen. – Das Geschehen in Syrien veranlasst laut Beobachtern der Szene die Hamas-Bewegung offenbar, in aller Stille zusehends Personal aus der syrischen Kapitale abzuziehen und zum Teil in den Gazastreifen zu verlegen. Hierbei soll es sich (noch) nicht um Spitzenfunktionäre der fundamentalistischen Organisationen handeln, sondern vor allem um Familienangehörige und Personen niedrigerer Chargen. [JU]

 





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