Zwischen Mythos und Schicksal

Von Regula Heusser-Markun, November 4, 2011
Die Juden Mittelasiens pflegten ihre Rituale und Traditionen über Jahrhunderte. Selbst als viele von ihnen zum Islam zwangsbekehrt wurden, praktizierten sie als «Juden-Muslime» ihren angestammten Glauben im Verborgenen weiter.
DREI GENERATIONEN MUSIKER Bucharische Juden spielten seit je auch bei muslimischen Festen

Aus dem in Hebräisch abgefassten Brief von einem Binjamin Set aus Kizil-Gar, adressiert an die Juden der weissrussischen Stadt Schklow, zitiert der 1932 in Moskau geborene und 1977 nach Israel emigrierte Feliks Kandel in seinen 1994 auch in Russland veröffentlichten Skizzen zur Geschichte der Juden im Russischen Reich. In dem 1802 verfassten Schreiben steht zu lesen: «Ich habe von bucharischen Händlern gehört, dass in den Städten des Russischen Reiches viele Juden leben. Wir hier in Kizil-Gar wissen nicht, von welchen Juden ihr abstammt. Für unsere Handelsgeschäfte sollten wir nach Russland reisen, doch es gelangten Gerüchte zu uns, dass unsere Glaubensbrüder dort arg bedrängt und verfolgt werden. Wenn ihr glaubt, dass wir keine Behinderungen und Verluste erleiden werden, so tut uns dies kund.» Die Antwort kam ebenfalls in Hebräisch: «Wir waren erstaunt, aus der Ferne einen Gruss unserer jüdischen Brüder zu bekommen … Uns war nicht bekannt, wo sich die Stadt Kizil-Gar befindet. Nach langem Suchen auf der Weltkarte haben wir euer Land ausfindig gemacht, es ist Buchara, das im Osten an China grenzt, im Süden an das Land des Grossmoguls, im Westen an das Kaspische Meer und im Norden an Sungara und die kirgisisch-kasachischen Steppen. Reist her zu uns, Gottgesegnete, wir werden uns geehrt fühlen, euch zu empfangen. Möge der Allmächtige Euch vor allen Ängsten und Schrecken bewahren …» 
Diese Kontaktaufnahme von Abkömmlingen von seit Jahrhunderten in Mittelasien ansässigen Juden mit ihren aschkenasischen Glaubensbrüdern, die aus Polen-Litauen stammen und seit der 1793 erfolgten Einverleibung eines Grossteils dieser Gebiete in das Zarenreich in dem Ansiedlungsrayon lebten, wo die Juden geduldet waren, fand statt, bevor der Briefschreiber selber Untertan des Zaren war. Erst ab den 1860er Jahren sollten Turkestan, die Khanate von Kokand und Chiwa und das Emirat Buchara mit Samarkand, der einstigen Hauptstadt des Mongolenherrschers Timur, von den russischen Kolonisatoren erobert werden. Mit den russischen Eroberern kamen auch jüdische Offiziere und Beamte – Juden mit besonderem Berufs- und Bildungsprofil genossen seit 1861 Freizügigkeit im gesamten Reich – in das neue Gouvernement Turkestan. Doch zu einer Annäherung zwischen bucharischen und aschkenasischen Juden kam es nur schon aus kulturellen Gründen kaum, fehlte doch eine gemeinsame Sprache. Die «Polen» (die mit den Teilungen Polens Ende des 18. Jahrhunderts zum russischen Reich gestossen waren) sprachen Russisch und Jiddisch, die Orientalen ihren persischen Dialekt Judäo-Tadschikisch, Usbekisch (eine Turksprache) und oft auch Arabisch. Nur die Gebildeten auf beiden Seiten konnten sich in Hebräisch verständigen.

Ursprungslegenden

Darüber, wann und woher Juden nach Zentralasien kamen, gibt es manche Spekulationen und Thesen. Einzelne Gemeinden leiten ihre Herkunft von einem der zehn Stämme Israels ab, welche von den Assyrern im 8. Jahrhundert v. d. Z. versprengt wurden. Andere vermuten, mit der Eroberung des Königreiches Judäa durch Nebukadnezar im 6. Jahrhundert seien viele Juden als Sklaven nach Zentralasien verschleppt und später von den Persern befreit worden.
Benjamin von Tudela erwähnt in seinem Reisebericht aus dem 12. Jahrhundert eine grosse jüdische Gemeinde in Samarkand, die sich des Reichtums ihrer Händler und der Weisheit ihrer Gelehrten rühme. In der Handelsmetropole Chiwa lebten etwa 80 000 Juden, berichtet er, und in Samarkand, der grossen Stadt an der Grenze zu Persien, deren 50 000. Belegt ist allerdings, dass dieser jüdische Pilger aus Novarra zwar Kleinasien, Syrien, Palästina, Mesopotamien und Nordirak bereiste, nicht aber Mittelasien. Dass er die Verhältnisse in Samarkand also nur aus Erzählungen anderer Reisender kannte, die er in Bagdad (damals noch die religiöse Hauptstadt aller Juden) getroffen haben mag. Dass Juden mit Sicherheit seit dem 16. Jahrhundert in Zentralasien lebten, belegt das Alter des frühesten jüdischen Bezirks, der ersten Machalla der Stadt Buchara im gleichnamigen Emirat. 
In ihren Berichten schildern Beamte und Forscher – russische wie ausländische – im Dienst der Zaren im 18. und 19. Jahrhundert auch die orientalischen Juden. Sie hätten ausgesprochen schöne Gesichtszüge, und an den blauen Händen sei zu erkennen, wer Jude sei, denn das Seidenfärbergewerbe mit Indigo sei eine ihrer Spezialitäten. Dass ihre Rechte im Emirat Buchara stark eingeschränkt waren, wird mehrfach erwähnt: Sie dürften keinen Turban tragen, sondern nur eine quadratische Mütze mit Persianereinfassung. Zum Schnüren des Gewandes müssten sie sich mit einer Kordel an Stelle des Seidengurtes begnügen, um als Juden erkannt zu werden, damit Muslime sie nicht um Almosen angingen. Überdies könne jeder Muslim in der Stadt fast ungestraft einen Juden schlagen, ausserhalb der Stadt sogar ebenso ungestraft einen Juden töten. Die Russen mischten sich zwar als Kolonialherren auch in Turkestan, wo sie selber das Sagen hatten, nicht in die internen Belange ein, handelten aber mit dem Emir von Buchara aus, dass alle unter ihm lebenden Juden im neuen russischen Gouvernement frei siedeln und arbeiten durften.
Der Druck auf Juden in Persien, Afghanistan und im Emirat von Buchara, zum Islam überzutreten, war unterschiedlich gross zu verschiedenen Epochen. Angeblich straffälligen Juden wurde angeboten, sich durch Bekennen zum Islam der rechtlichen Verfolgung zu entziehen. Der Ausspruch «Zum Glück bin ich Muslim» soll in heiklen Situationen mit Behörden häufig gefallen sein. Der Glaubenswechsel war begleitet von der Umsiedlung der Neubekehrten und ihrer Familien in muslimische Bezirke, wo der Moscheebesuch unter strenger sozialer Kontrolle stattfand. Manche Juden blieben aber der Tradition der Väter treu und vollzogen insgeheim ihre Gebete und Rituale. Es gab ganze Dörfer von Zwangsbekehrten, die ihren alten Glauben im Verborgenen lebten als sogenannte «Tschala» (was in Tadschikisch soviel bedeutet wie «weder – noch»). Sie verheirateten auch ihre Kinder innerhalb der eigenen Gruppe, um nicht sich oder ihren Glauben zu verraten. Der kleinste Verstoss gegen die Vorschriften des Islam wurde mit dem Tod bestraft. Mitunter weit zurück reichende Zeugnisse von Juden-Muslimen finden sich auch im Zentralen Staatsarchiv Usbekistans. Die Buchara-Juden haben einen Helden aus der Zeit der wachsenden Bedrängnis zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Chudajdad, der den Übertritt zum Islam verweigerte und es vorzog, hingerichtet zu werden.

Klare Rollen

Der Einzug der Russen in Mittelasien erlaubte den «Juden-Muslimen», ihren gesellschaftlichen Status zurückzu­bekommen. Neben Zwangsbekehrten flohen auch viele andere Juden aus dem rückständigen Buchara in das neu organisierte Generalgouvernement Turkestan, verlangte doch der Emir von seinen jüdischen Untertanen, dass sie Dreiviertel der beachtlichen Abgaben, die er nach der Niederlage an Russland leisten musste, aufbringen. Dennoch wurden selbst Ende des 19. Jahrhunderts in Mittelasien noch immer 250 Familien (über 1000 Personen) als «Tschala» identifiziert.
Nicht nur die einheimische muslimische Bevölkerung, auch die russischen Behörden in Turkestan schätzten die alteingesessenen Juden mehr als die Aschkenasim, die jetzt auch in das wirtschaftlich attraktive Mittelasien strömten. Die Buchara-Juden wurden gerne in russische Dienste genommen und manche stiegen auf zu einer vermögenden Mittelschicht als Kaufleute, als Land-, Hotel- oder Fabrikbesitzer. Mosche Mullokundow (1839–1902), einer der reichsten Männer in Samarkand, diente unter Alexander dem Zweiten als Schatzmeister der Russischen Bank in seiner Stadt. 
Schon vor der russischen Eroberung Mittelasiens bewegten sich «orientalische» jüdische Kaufleute in ­Orenburg und auf dem Jahrmarkt von Nischni Nowgorod. Sie handelten unter anderem mit Persianerfellen, bezogen bei russischen Händlern Manufakturen auf Kredit und brachten die Waren in die Städte Mittelasiens. Den russischen Juden war solcher Handel verboten, die – von der Wolga aus gesehen – zugereisten «Asiaten» waren ausdrücklich von dem Verbot ausgenommen. Die auch als Dolmetscher gefragten Fernhändler reisten mit russischen und persischen Waren auch zu den Nomaden in die hintersten Ecken Mittelasiens und kauften diesen Wolle und Teppiche ab. Zugleich wirkten sie als Nachrichtenkuriere zwischen Mitgliedern verstreuter Familien.
Der Bau der Eisenbahn nach Taschkent, Samarkand und Fergana belebte den Handel zusätzlich. Jüdische Kaufleute begannen Baumwolle nach Russland zu exportieren und wurden bald Monopolisten in der Branche. Sie reisten nach Moskau, Paris und London, aber auch nach China. Und sie brachten Tee aus Indien nach Russland und Europa. Die routinierten und sprachlich versierten Einkäufer kannten den Markt und die Handelsbedingungen besser als ihre zugereisten Konkurrenten. Das weckte Neid. Mitunter war auch die friedliche Koexistenz mit den muslimischen Nachbarn, die ihre Dienste gern in Anspruch nahmen, gefährdet – schikaniert wurden die Juden vorab von den Beamten des Emirs. Als die Kunde von Pogromen im europäischen Russland nach Turkestan drang, meldeten sich Einheimische beim Kreisvorsteher von Kokand mit der Bitte, man möge ihnen die Erlaubnis geben, die Juden auszurotten. Andere wollten die Juden weit weg in die Berge aussiedeln. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in der Tat das Aufenthalts- und Freizügigkeitsrecht der Buchara-Juden auf dem Boden Turkestans, das seit 1868 galt, in Frage gestellt. Nur mehr reiche Händler sollten sich dort niederlassen und dafür sehr hohe Steuern zahlen, die übrigen Juden seien abzuschieben in das Emirat Buchara, sah ein russisches Gesetz vor. Die Betroffenen und ihre russischen  Handelspartner wehrten sich, die Inkraftsetzung wurde vertagt. Bereits 1898 hatte Zar Nikolai II., als es darum ging, in Turkestan eine Bergbaugesellschaft zu installieren, moniert: «Es wäre wünschbar, ohne die Hilfe der Juden auszukommen. Sie haben schon angefangen, Sibirien zu überfluten, man muss verhindern, bevor es zu spät ist, dass sie nach Turkestan und in die Steppengebiete gelassen werden.» Das Schreiben des letzten Zaren, aus dem R. Rabitsch von der Usbekischen Akademie der Wissenschaften zitiert, findet sich im Staatsarchiv in Taschkent. Der Zar hat hier nicht die Buchara-Juden im Visier, sondern die jüdischen Unternehmer und Fachleute aus dem europäischen Teil des Reichs.

Zuerst verwöhnt, dann drangsaliert

In der Folge der bolschewistischen Revolution kam zunächst die Nationalitätenpolitik Lenins, der das Russische Reich als «Völkergefängnis» apostrophiert hatte, zum Zug. In Mittel­asien hätten die Buchara-Juden als grösstes unter den kleinen Völkern der Region besondere Beachtung gefunden (1926 kam die Volkszählung, die in der kommunistischen Ära stets auch eine Völkerzählung war und fünf Kategorien von Juden unterschied, auf 18172 Personen). Das meint Tatjana Jemeljanenko, Mitarbeiterin am Ethnographischen Museum in St. Petersburg. 1921 wurde in Kokand ein Jüdisches Technikum gegründet, in Taschkent eine Jüdische Pädagogische Universität. 1922 wurde in Samarkand das Museum der indigenen Juden eröffnet, dessen Leitung ein «europäischer» Vertreter der Glaubensgemeinschaft hatte, der Petrograder Judaist Isaak Simchowitsch Lurje. Zeitungen und Zeitschriften in der archaischen Variante des Tadschikischen («Juden-Persisch») entstanden und erschienen bis 1925 in hebräischer, dann in lateinischer Schrift. Im usbekischen Schriftstellerverband gab es neu eine jüdische Sektion. Die Ausdrucksfreiheit (Glasnost) der Minderheit schien garantiert.
Doch die Sowjetisierung der Region erfasste bald auch den Umbau (Perestroika) der Arbeitswelt: Private Handels- und Handwerksbetriebe wurden aufgelöst, die Kooperativen von Webern, Schneidern, Seidenfärbern, Kupferschmieden, Friseuren und Schustern wurden mit derart hohen Steuern belegt, dass sie eingingen. Die orientalischen Juden wurden in die staatlichen Fabriken und in die Landwirtschaft, von der sie wenig Ahnung hatten, gezwungen. Der Prozess der Verstaatlichung und Enteignung fand seinen Höhepunkt 1932 mit der Massenkonfiskation von aus Edelmetall und kostbaren Steinen gefertigten Objekten. Bereits 1928 waren die Synagogen geschlossen worden, etwa 4000 Juden flohen über Iran und Afghanistan. 1937 mussten die jüdischen Lehranstalten, das Theater und das Museum in Samarkand ihren Betrieb ebenso einstellen wie die judäo-tadschikischen Publikationen. In Stalins Gulag kamen über 1000 Buchara-Juden um.
Die zum Teil unvollständigen, aber immerhin konservierten Dokumente jener Jahre haben Mitarbeiter der Petersburger Jüdischen Universität, einer jungen Institution, nach dem Ende der Sowjetunion gesichtet. So die von Isaak Simchowitsch Lurje im historisch-ethnografischen Museum der indigenen Juden als Archiv und Bibliothek zusammengestellten Materialien, die nach dessen abrupter Schliessung im allgemeinen Museum für Geschichte, Architektur und Kunst von Samarkand eingelagert wurden. Das Team hat auch die materielle Kultur, die Wohnhäuser, Schulen, die Synagogen, Bäder und Friedhöfe der jüdischen Bevölkerung in Usbekistan besucht und das Leben einer Gemeinschaft dokumentiert, die in den frühen neunziger Jahren dabei war, sich unter ihren Augen aufzulösen.
Der Leiter der Abteilung Diaspora-Forschung der Jüdischen Universität, Ilya Dworkin, wies 1995 darauf hin, dass hier ein einmaliges Forschungsmaterial vorliege, da in Samarkand, Buchara und einigen Städten des Fergana-Tales noch autochthone Gruppen in kompakten Gemeinschaften zusammenleben, welche Splitter einer uralten (primären) Diaspora sind. Auf der ganzen übrigen Welt gebe es keine Juden, die noch dort lebten, wo ihre Vorfahren auch nur vor 150 Jahren gelebt hatten. Erhalten sind die Wohnquartiere mit ihrer charakteristischen Architektur und Infrastruktur der Judenviertel. Erhalten seien auch die Objekte zur Ausübung der Kulthandlungen, und sie seien weder in entfernten Museen noch auf Kunstauktionen, sondern  an ihrem angestammten Ort in den Synagogen und Familien, betont Dworkin. Auch die musikalische Tradition wird gelebt und weiter gegeben. Verloren sei zwar auch bei den Buchara-Juden die lebendige Verbindung zur Vergangenheit und es fehle die Tradition der jüdischen Gelehrsamkeit.
Während der ganzen Sowjetära lebten die mittelasiatischen Juden tatsächlich weiterhin – darin waren sie geübt – im Verborgenen ihre Rituale und Feste. Unterstützt wurden sie dabei von ihren muslimischen Nachbarn, die ihrerseits ihren Glauben lebendig hielten und von denen sie sich nach wie vor in Kleidung und Habitus kaum unterschieden. Für das gute Einvernehmen zwischen Muslimen und Juden in Mittelasien steht die starke Geste des usbekischen Dichters Gafur Gulyam, der während des Zweiten Weltkriegs das Gedicht «Men – Yahudiy» («Ich bin ein Jude») verfasste.  
Der Sechstagekrieg führte dann allerdings zu antijüdischen Demons­trationen auch in Mittelasien, hatten doch die Sowjetmedien Israel als Aggressor dargestellt. Buchara-Juden bemühten sich jetzt um die Ausreise, bis 1983 verliessen deren 30000 die Region, die seit Jahrhunderten ihre Heimat gewesen war. In Jerusalem besteht seit dem Ende des 19. Jahrhunderts das von einer ersten Auswanderergruppe geschaffene Quartier «schchunat bucharim», die Buchara-Juden aus der Sowjetunion trafen auf Pioniere aus ihrer Gemeinschaft. Doch viele hatten Heimweh und wollten zurück, was die Sowjetbehörden manchen Rückkehrern verweigerten. Heute sind sie froh, im Westen hängen geblieben zu sein. Ihre Gemeinden in Mittelasien sind seit 1991 weiter geschrumpft und im Klima der autoritären, nationalistischen Regime ist für sie kein Gedeihen. Doch wo immer Buchara-Juden heute leben, leben sie in grösseren Gemeinschaften und pflegen, auch gut integriert, ihre Traditionen und ihr Heimweh. Anschaulich ist das Beispiel der bereits mehr als 350 Familien umfassenden Gemeinde Wiens.    ●


Regula Heusser-Markun ist Slawistin und Journalistin in Zürich.