Zugpferd
Die Reality-Welle im amerikanischen Fernsehen ist passé. Nun verlangt das Publikum wieder nach Komödien. Das kommt dem Kabelkanal Comedy Central entgegen, der am kommenden Sonntag mit einer Gala sein 20-jähriges Bestehen feiert. Für das Medium Fernsehen stellt dies ein methusalemisches Alter dar. Comedy Central gehört zu dem Viacom-Imperium von Sumner Redstone, der mit seinen 87 Jahren tatsächlich der Methusalem der amerikanischen Medienindustrie genannt werden könnte. Zugpferd des Senders ist jedoch Jon Stewart, der sich während der Regierungszeit von George W. Bush mit seiner «Daily Show» nicht nur als brillanter Satiriker, sondern auch als furchtloser Interviewer und Enthüllungsjournalist etabliert hat. Stewart, der 1962 unter dem Namen Jonathan Stuart Leibowitz geboren wurde, ist gerade unter urbanen und gebildeten Amerikanern ausserordentlich beliebt. Er hat sich schon seit einiger Zeit von seiner Begeisterung für Barack Obama gelöst und nimmt die Zögerlichkeit dieses Präsidenten ebenso gnadenlos auf die Schippe wie einst das Draufgängertum seines Vorgängers George W. Bush. [am]