Wochenrückblick
Film. Der Dokumentarfilm «Closed Country» ist in jedem Wortsinn ausgezeichnet. Er berichtet parallel über das Schicksal der Geschwister Sonabend und ihre späte Begegnung mit Menschen, die 1942 für die Deportation der Familie über die Schweizer Grenze verantwortlich waren. Und über das Schicksal jener jüdischen Familie, die ebenfalls 1942 zu Fuss in die Schweiz geflüchtet war, ausgewiesen werden sollte, aber das einmalige Glück hatte, dass just an jenem Tag Polizeichef Heinrich Rothmund höchstpersönlich einen Besuch an der Grenze absolvierte und es «nicht übers Herz brachte», die Familie mit den «herzigen Kindern» zurückzuschicken. Nun wurde er in Basel gezeigt, im Kino «Camera». Am Ostermontag waren die Autoren des Films, der Historiker Stefan Mächler und der Filmemacher Kaspar Kasics, anwesend und diskutierten mit dem Publikum. Künftig ist der Film jeweils im gleichen Kino als Sonntags-Matinee zu sehen. In Zürich läuft er noch immer im Kino «Movie» als Matinée, und vom 18. bis 31. Mai wird er in Luzern im Kino «Stattkino» gezeigt. Hingehen, hinsehen - es lohnt sich.
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Lesung. Die erste Lesung von Vera Isler aus ihrem Buch «Auch ich...» (über ihre Erlebnisse als Flüchtlingskind während des Holocaust) in der Basler Buchhandlung Jäggi war brechend voll. Am 8. Mai (welch symbolhaftes Datum!) liest Vera Isler um 20 Uhr in der Buchhandlung Jäggi im Warenhaus Loeb in Bern. Ein Termin und eine Lokalität für Zürich werden noch gesucht.