Wird Israel Russland packen können?
Alles fing so gut an für Israels Fussball-Nationalteam. «Glücksfee» Ronaldo zog aus Topf 3 (nach Weltranglisten-Rang werden immer je neun Mannschaften in Töpfe eingeteilt) Israel in die Gruppe F. Die Gegner hiessen zu diesem Zeitpunkt Luxemburg, Aserbaidschan und Nordirland. Alle drei Teams gehörten nicht zu den stärksten oder unangenehmsten Gegner aus den Töpfen 4 bis 6. Doch als die Gegner aus den Töpfen 2 (Russland) und 1 (Portugal) zugelost wurden, verdunkelten sich die Mienen der Israelischen Delegation.
Machbar ist ein Platz unter den Top 2 der Gruppe schon für Israel, aber es braucht mehr als nur einen Exploit. Einerseits muss entweder eines der Topteams aus Russland oder Portugal hinter sich gelassen werden und andererseits muss sich die Nivcheret sich auch unbedingt unter den acht Punktbesten Zweitplatzierten einreihen, um die Playoffs zur WM-Qualifikation zu erreichen. Nur der Erste qualifiziert sich direkt für die WM 2014.
Israels Vorteil: Man konnte in den letzten Jahren gegen weniger hoch eingestufte Gegner Konstanz bei den Resultaten etablieren, sprich meistens Siege einheimsen. Im Klartext: Gegen Luxemburg, Aserbaidschan und Nordirland muss verhindert werden, dass unnötig Punkte verloren gehen. Dass die Spiele gegen die Aussenseiter aber keine Selbstläufer werden, ist klar. Mit Nordirlands Kampfkraft und Heimstärke beispielsweise, werden nicht nur die Israelis so ihre Probleme bekunden.
Und was ist mit den beiden Favoriten in der Gruppe F? Mindestens einen muss die Nivcheret nach den zehn Partien in der Tabelle hinter sich lassen. Der Spielplan wird wichtig sein, denn der Topfavorit der Gruppe, Portugal, hat traditionsgemäss oftmals Mühe, in die Qualifikationsphasen zu starten. Und Russland liegt Israel, hat man doch diesem Gegner schon mehrfach in Schach halten können und sogar schon in der EM-Qualifikation für 2008 besiegen können. Israel mag Gegner, die „mitspielen“ und gegen welche man das gefürchtete Konterspiel aufziehen kann. Portugal ist taktisch eine sehr geschickte Mannschaft. Sie werden kaum Israel ins offene Messer laufen. Trotz vielen Einzelkönnern ist die Mannschaft gefestigt als Einheit. Etwas anders ist es bei den Russen. Die Osteuropäer sind sehr anfällig auf Leistungsschwankungen, haben ebenfalls viele überragende Einzelkönner zur Verfügung, aber als Mannschaft hat man in den Jahren seit dem tollen Auftritt an der EM 2008 eher in den entscheidenden Partien versagt. Russland könnte für Israel zu packen sein.
Fazit: Zwei oder gar drei Exploits werden aber gegen die Top 2 der Gruppe nötig sein, um in der Endabrechnung einen der ersten zwei Plätze zu belegen.