Wie zu Urzeiten Olivenöl pressen

von Jacques Ungar, December 10, 2009
Ein Besuch im Landschaftsreservat Neot Kedumim in Israel lohnt sich zu Chanukka ganz besonders; die Besucher lernen, wie man Olivenöl herstellt.
HISTORISCH So wie dieses Maultier den riesigen Mühlstein der Olivenpresse dreht, haben dies bereits seine Urahnen vor Tausenden von Jahren am gleichen Ort in Neot Kedumim getan

Vom Flughafen Ben Gurion aus erreicht man auf der Strasse Nr. 443 das Landschaftsreservat Neot Kedumim in rund zehn Minuten. Wer aus der anderen Richtung von Jerusalem kommt, braucht etwa doppelt so lang. So oder so lohnt sich die Reise, nicht nur wegen der prächtigen Aussicht bis nach Tel Aviv hinab. Neben einer reichhaltigen Sammlung einheimischer, teils vom Verschwinden bedrohter Pflanzen, einem Besucherzentrum mit der Möglichkeit, eine «biblische» Mahlzeit zu geniessen, archäologischen Ausgrabungen von Dörfern aus der Makkabäerzeit und einem gut ausgebauten Netz von Fuss- und Fahrwegen findet der Besucher in dem sich über 62 500 Quadratmeter erstreckenden Reservat zahlreiche Olivenpressen. Diese produzieren (heute vor allem für Touristen und Schulklassen) wie zu Urzeiten Olivenöl. Besondere Attraktionen sind dabei das Maultier, das in defätistischem Trott einen riesigen Mühlstein im Kreis bewegt, und die rund 150 Jahre alte Horizontalpresse, die laut Aufschrift in Deutsch und Arabisch von den Gebrüdern Wagner in Yafo hergestellt wurde. Im Vorfeld von Chanukka sind die Olivenpressen von speziellem Interesse, benutzt man für die Menora, den Chanukka-Leuchter, doch sehr gerne möglichst reines Olivenöl. Aus dem gleichen Grund übt in diesen Tagen die Töpferei von Neot Kedumim eine überdurchschnittliche Anziehungskraft auf Besucher aus, werden dort doch von Hand Chanukkalampen hergestellt, wie sie vielleicht zur Zeit der Makkabäer bereits verwendet wurden.

Ebenfalls in Zusammenhang mit Chanukka steht die Sonderausstellung «Bameh madlikim» («Womit wir anzünden») in Neot Kedumim, welche in anschaulicher Weise die verschiedenen für das Entzünden von Schabbat- und Chanukka-lichtern benutzten Öle vorstellt und erläutert. Neben zahlreichen anderen Aktivitäten können im Rahmen der Ausstellung auch Kerzen aus Bienenwachs gezogen werden.


www.neot-kedumim.org.il