Wie luxuriös darf Charity sein?

Interview Yves Kugelmann, January 14, 2010
Marc Lauer, Präsident des Keren Hajessod Zürich, über die Magbit-Eröffnungen 2010 und Kritik.
Marc Lauer

tachles: 90 Jahre Keren Hajessod: Was gibt es zu feiern?

Marc Lauer: Seit 90 Jahren erfüllt der KH den offiziellen Staatsauftrag zur finanziellen Sicherung von Immigration und Integration durch die Diaspora. Die Schweiz spielt dabei eine wichtige Rolle.

Viele Menschen leiden in der Schweiz unter der Wirtschaftskrise. Wie viel Sinn macht es, Israel Geld zu spenden, statt sich damit hier zu engagieren?

Das eine tun – das andere nicht lassen. Natürlich sollen auch die Notleidenden hierzulande unterstützt werden. Doch ganz ehrlich: Uns geht es hier doch im Vergleich immer noch sehr gut.

Unter welches Motto stellen Sie das bevorstehende Magbit-Jahr 2010?

Partnerschaftliche Beziehungen. Die prominenten Gäste am runden Tisch diskutieren verschiedene Aspekte der Beziehungen in und mit Israel. In diesem Zusammenhang wird auch das zukunftsweisende «P2K» (Partnership 2000) vorgestellt.

Der Zürcher KH-Round-Table findet dieses Jahr im Luxushotel Dolder statt. Kritiker finden, damit werde das falsche Zeichen gesetzt, während der KH betont, der Anlass sei gesponsert. Muss Charity wirklich derart edel daherkommen? Sollte nicht den Inhalt für sich sprechen?

In erster Linie konzentrieren wir uns auf den Inhalt, dies steht auch in diesem Jahr klar im Mittelpunkt. Für den neuen ICZ-Eventsaal müssen wir uns leider noch etwas gedulden. Wir haben verschiedene Lokalitäten in Erwägung gezogen. Zu
unserem grossen Erstaunen war die Saalmiete im Dolder vergleichsweise günstig. Am Ende zählt das Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Und dennoch hat der KH im letzten Jahr beim Kulinarischen gespart und das Gratismenu sozusagen auf Wurst und Brot reduziert. Warum dieses Jahr nicht?

Auch in diesem Jahr wird kein Galadiner serviert. Aber wir können unsere grosszügigen Spender nicht mit Wasser und Brot abspeisen.

Der KH-Schweiz hat im letzten Jahr ein neues Spendenprojekt lanciert. Wie steht es darum?

Wir informieren anlässlich der Magbit Openings und danach in regelmässigen Abständen über unser «P2K»-Projekt. Es ist spannend. Auch deshalb lohnt sich die Teilnahme an den Openings.

Sie sind seit sechs Jahren KH-Zürich-Präsident und wollen im Laufe des Jahres abtreten. Sind Sie nicht ein wenig zu jung für den Rückzug?

Ich möchte die Freude und Verantwortung gerne weitergeben. Nach fast 20 Jahren aktiver KH-Arbeit wird man sich nicht so schnell davonmachen können, dafür aber vielleicht etwas in den Hintergrund treten.

Magbit-Eröffnungen: Montag,    1. Februar, Dreispitzhalle, Basel-Münchenstein; Donnerstag, 4. Februar, Hotel Bellevue, Bern; Sonntag,
21. Februar, Hotel Pestalozzi, Lugano.