Warnung vor Freilassung gewisser Gefangener
Das amerikanische State Department hatte Israel vor der Freilassung gewisser palästinensischer Gefangener im Rahmen des Deals zur Heimkehr von Gilad Shalit gewarnt. Einige der Häftlinge würden nach Angaben von Mark Toner, dem Sprecher des US-Aussenministeriums eine «Bedrohung» darstellen, weshalb Washington sich deren Freilassung widersetzt habe. Toner wollte gegenüber Journalisten aber nicht auf Details zur Frage eingehen, um welche der 477, von Israel in der ersten Phase des Deals aus der Haft entlassenen Palästinenser es sich handle. Er reagierte auch nicht auf die Frage, ob Israel seine Entscheidungen aufgrund der amerikanischen Bedenken geändert habe. Hingegen betonte der Sprecher, dass es sich bei dem Deal um eine «souveräne Entscheidung des Staates Israel» handle. – In rund zwei Monaten wird Israel im Rahmen der Austauschaktion weitere 550 palästinensische Sicherheitsgefangene auf freien Fuss setzen. Sowohl Präsident Obama als auch Aussenministerin Hillary Clinton erklärten sich am Dienstag zufrieden mit der Freilassung von Gilad Shalit aus über fünfjähriger Gefangenschaft in der Gewalt der Hamas. Während einer Überraschungsvisite in Libyen meinte Clinton, der Albtraum für Shalit habe viel zu lange gedauert. – Während einer Busfahrt Obamas in Nord-Carolina betonte Jay Carney, der Sprecher des Weissen Hauses, man könne noch nicht sagen, ob und wie Shalits Haftentlassung den Nahost-Friedensprozess beeinflussen werde. «Jede Seite muss Schritte untenehmen, welche die Rückkehr an den Verhandlungstisch erleichtern und nicht erschweren», fügte Obamas Sprecher in einer indirekten Anspielung auf neue Baupläne Israels für Projekte jenseits der «grünen Linie» in Jerusalem hinzu. [JU]