Wächst die israelische Flexibilität?

August 2, 2011
Gerüchte in Jerusalem sprechen von der israelischen Bereitschaft für ein «Paketabkommen», das auch den Grenzverlauf mit einschliesst.

In Jerusalem kursierten in der Nacht zum Dienstag Gerüchte, wonach Israel angesichts der palästinensischen Versuche, im September von der Uno als Staat anerkannt zu werden, zur Wiederbelebung der Friedensverhandlungen zu einem «Paketabkommen» bereit sein soll. Bestandteile dieses Abkommens sollen einerseits die Bereitschaft sein, den Grenzverlauf zu diskutieren, aber nicht eine Rückkehr zu den Grenzen, wie sie sich vor dem Ausbruch des Sechstagekriegs am 4. Juni 1967 präsentiert hatten. Hingegen soll Binyamin Netanyahu einverstanden sein, die «demografischen Veränderungen» zu berücksichtigen, die sich seit 1967 ergeben haben. Andererseits erwartet Jerusalem den Gerüchten zufolge von den Palästinensern die Anerkennung Israels als Nationalstaat des jüdischen Volkes. Im Allgemeinen widerspiegle sich, so heisst es in Jerusalem, in der israelischen Position eine Annäherung an das amerikanische Modell. Dieses basiert auf den Grenzen von 1967 und auf Gebietsabtretungen im Konsens als Ausgangspunkte für Verhandlungen. – Diese Nachrichten scheinen die Besorgnis in Israel und im Westen zu reflektieren, wonach alle einseitigen Schritte nach langen Monaten der relativen Ruhe zu einem erneuten Aufflammen der Gewalt führen könnten. Unter dem Schutz der Anonymität erklärte ein israelischer Offizieller, man sei zu Verhandlungen über einen Grenzverlauf bereit, den Israel «nur schwer akzeptieren» könne. Eine Anerkennung Israels als jüdischer Staat durch die Palästinenser sei daher angetan, die israelische Flexibilität zu erhöhen. Bisher haben die Palästinenser diese Forderung jedoch stets kategorisch abgelehnt. JU