Vorsichtiger Optimismus

January 18, 2012
Bisher seien aber in den israelisch-palästinensischen Gesprächen in Amman erst «Babyschritte» gemacht worden.

Die jüngsten Parlamentswahlen in Ägypten würden Israel beweisen, dass es sich nicht erlauben kann, die Friedensgespräche mit den Palästinensern auf ewig zu verzögern. Das erklärte der jordanische König Abdullah II. in einem in der «Washington Post» erschienenen Interview. Gleichzeitig fügte der Monarch hinzu, er sei «vorsichtig optimistisch» hinsichtlich des Fortschritts, der bisher in den in Amman geführten Direktgesprächen zwischen palästinensischen und israelischen Offiziellen erzielt worden sei. Abdullahs Kommentare sind eine Reaktion auf die Bemerkung des israelischen Premierministers Netanyahu, er sei zur sofortigen Aufnahme von Verhandlungen mit den Palästinensern bereit. «Ich bin jederzeit bereit, in meinen Wagen zu steigen und nach Ramallah zu fahren, auch wenn das meinen Sicherheitsbeamten keine kleinen Kopfschmerzen verursachen würde», sagte Netanyahu. Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas sei aber nicht bereit dazu, fügte er hinzu. Nach seiner Unterredung mit US-Präsident Obama meinte König Abdullah II, in Bezug auf die Wiederaufnahme von Direktverhandlungen seien bis jetzt «Babyschritte» gemacht worden. «Je mehr die Israeli auf Zeit spielen», betonte der Monarch gegenüber dem Washingtoner Blatt, «umso mehr riskieren sie, zu verlieren, was in ihren Augen die ideale Zukunft für Israel ist. Warten ist der schlimmste Fehler, den Israel begehe kann.» [JU]