Vielseitige Kunst

von Hella Elbaum, December 3, 2009
Dass Bilder das Ambiente eines Raumes bestimmen, hat das Café Forum in München längst erkannt. In wechselnden Ausstellungen im eigenen Lokal fördert das Forum Talente. Eines davon ist Friederike von Stackelberg, die einen Teil ihrer Ausbildung in Israel absolviert hat und sich von dem Land inspirieren lässt.
SPIEL VON LICHT UND SCHATTEN Friederike von Stackelberg stellt ihre Werke in Museen auf der ganzen Welt aus

Friederike von Stackelbergs künstlerisches Werk will Tradition und Moderne verknüpfen. Ihre Malerei thematisiert vordergründig die subjektive Wahrnehmung von Oberfläche, Form und Raum, spielt aber auch mit Farbe und Licht. Durch serielle Aneinanderreihungen, Verfremdungen und Vermischungen von städtischen und ländlichen Elementen entstehen völlig neue, fast utopisch wirkende Landschaften. Stadt-Landschaft, Kultur und Natur bilden das übergeordnete Thema ihrer meisten Bilder und Fotografien. In Zeichnungen und Skizzen der Künstlerin sind neben diesen Themen auch Tiere und Menschen abgebildet. Eine Ausstellung im ARD-Hauptstadtstudio in Berlin vom Frühjahr 2004 beschreibt von Stackelbergs Stil perfekt. Die ausgestellten Arbeiten zeigten Nahansichten von verschiedenen Gebäuden in Berlin und New York, wo die Künstlerin bis 2000 lebte. Die Bilder zeigten die geometrischen Flächen und Freiflächen der Stadt, deren Einblicke und Aussichten. Durch das Spiel von Licht und Schatten und die eindeutig definierbaren, aber zugleich schemenhaft reduzierten Figuren, erzielt die Malerin den Effekt der Gegensätzlichkeit in ihren Bildern.

Quellen der Inspiration

Die gebürtige Bonnerin absolvierte zunächst das Studium der Freien Malerei an der Werkkunstschule in Hannover und studierte danach Kunstwissenschaft und Kunstgeschichte und Anglistik an der Universität Bonn. Acht Jahre nach ihrem Abschluss zog die Künstlerin 1987 nach Israel, wo sie zwei Jahre lang am Departement für Malerei des Art Teachers Training College in Ramat Hasharon studierte, einer in Israel führenden Hochschule in diesem Bereich. Ihr Aufenthalt in Israel sowie in Westafrika, Rumänien und New York prägten den Stil der Künstlerin. In New York besuchte von Stackelberg in den neunziger Jahren zudem die renommierte Parsons School of Design, die sie 1995 abschloss. Seither stellt die Künstlerin Fotografien und Bilder in der ganzen Welt aus. Ihre Werke wurden unter anderem im National Arts Club in New York und am American Institute for Contemporary German Studies ausgestellt. Im April diesen Jahres nahm die Künstlerin mit ihren Kunstwerken an der Retroperspektive aller bisher im ARD-Hauptstadtstudio ausgestellten Künstler teil.

Einrichtungsgegenstände

Vom 15. Juni bis 30. August 2009 bestimmen Fotomontagen von Friederike von Stackelberg das Ambiente des Café Forum im Münchner Gärtnerplatzviertel. Seit den Umbauarbeiten und der Neueröffnung 2004 prägen solide Naturmaterialien das Lokal. Ein ausgereiftes Lichtkonzept bietet den optimalen Rahmen für die regelmässig wechselnden Ausstellungen ausgewählter Künstler, die während einiger Monate zu einem Teil der Möblierung werden. Passend zur Einrichtung des Gastro-Klassikers und zum persönlichen Stil von Stackelbergs hat die Künstlerin zehn Fotomontagen gestaltet. Die Kunstwerke thematisieren Architektur und Natur, wobei architektonische Räume und Situationen entstehen, die in dieser Weise nicht in der Realität vorkommen. Das Café Forum steht für internationale und moderne Küche, trendige Cocktailauswahl und eine angenehme Einrichtung. Am 23. Juni wird die Ausstellung mit dem Anlass «Kunst und Cocktail» eingeweiht.