Viel Lärm um nichts in Buenos Aires
Eine offenbar sensationelle Entdeckung meldete vergangene Woche der Direktor der jüdischen Nachrichtenagentur Agencia Judía de Noticias, Daniel Berliner. Er soll der Staatsanwaltschaft ein Videoband mit bisher nicht bekannten Aufnahmen unmittelbar nach dem Bombenanschlag auf das Gebäude der AMIA in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires übergeben haben. Bei dem Anschlag am 18. Juli 1994 wurden 85 Menschen getötet und 300 verletzt. Die Staatsanwaltschaft zeigte sich jedoch verwundert. Vier Szenen, eine etwa zwölf Sekunden, die längste zwei Minuten, sollen identisch mit Szenen sein, die ihr zusammen mit anderen Aufnahmen bereits in den neunziger Jahren übergeben wurden. Der mit Berliner befreundete Filmemacher erklärte daraufhin der Staatsanwaltschaft, er habe Berliner nie gesagt, dass es sich um bisher unveröffentlichtes Material handle. Für AMIA-Anwalt Miguel Bronfman hat sich Berliner wie ein Aufschneider benommen. Bronfmans Fazit: «Hätte er vorher gefragt, hätten wir uns das alles ersparen können.» Auf dem Bild zu sehen ist ein Anlass in Gedenken an die verstorbenen Opfer. [jv]