Verlustgeschäft

June 18, 2009
Nachdem die «New York Times» am vergangenen Sonntag das Format ihres beliebten Magazins erneut reduziert hat, scheint sich der von gravierenden Anzeigenverlusten geplagte Verleger Arthur Sulzberger Jr. nun doch vom «Boston Globe» trennen zu wollen.
Arthur Sulzberger Jr.

Die «Times» hatte das grosse Regionalblatt 1993 für 1,1 Milliarden Dollar gekauft. Der Preis galt unter Experten bereits damals als völlig überzogen. Die Investition hat sich nicht ausgezahlt und der «Globe» schreibt seit einiger Zeit höhere Verluste als die «Times». Obwohl sie kaum Synergien zwischen ihren Blättern herstellen konnten, wollten sich die Sulzbergers bis in die letzten Wochen nicht von der Idee eines Verlagsimperiums lösen. Der Verlag hat daher vor wenigen Jahren ein 400-Millionen-Angebot für den «Globe» ausgeschlagen. Nun berichtet der Wirtschaftsteil der «Times», die Sulzbergers seien bereit, sich für 70 Millionen Dollar von der Bostoner Zeitung zu trennen. Der schlechte Handel macht deutlich, dass neben medialen Trends auch noch kurzsichtige Entscheidungen zur Zeitungskrise beigetragen haben.    [am]