Verkannt
Bekannt wurde Hans Günther Adler durch seine Studien zur Holocaustforschung und zu seinem Gram, nicht mit seiner fiktionalen Prosa. 1910 in Prag geboren, studierte Adler Musik-, Literatur- und Kunstwissenschaft sowie Psychologie und Philosophie in seiner Heimatstadt. Mit dem Zweiten Weltkrieg begann für H.G. Adler und seine Familie die Zeit der Verfolgung. Am 8. Februar 1942 wurde er mit seiner Frau und deren Mutter nach Theresienstadt, im Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert. Er überlebte weiter die Lager Niederorschel und Langenstein-Zwieberge, wo er am 13. April 1945 befreit wurde. In London, wo H.G. Adler ab 1947 lebte, verfasste er «Theresienstadt. 1941–1945. Das Antlitz einer Zwangsgemeinschaft», ein Standardwerk zum Lager. Der Erfolg als Schriftsteller blieb jedoch aus, einige Bücher aus Adlers Feder waren lange Jahre vergriffen. Aus Anlass des 100. Geburtstages H.G. Adlers am 2. Juli werden nun einige von ihnen neu ediert und laden ein, den Schriftsteller zu entdecken. [em]