«US-Veto wäre tödlicher Fehler»
Ein amerikanisches Veto gegen die Gründung eines Palästinenerstaates an der Uno-Vollversammlung hätte «weltweite Proteste» zur Folge und wäre ein «historischer, tödlicher Fehler». Diese Ansicht vertrat Marwan Barghouti in einem Interview mit einer ägyptischen Nachrichtenagentur. Barghouti, der seit 2002 für die Ermordung israelischer Bürger und die Planung zahlreicher Gewaltakte in Israel inhaftiert ist, übt von seiner Gefängniszelle aus grossen Einfluss in der arabischen Welt aus. Er gehört der Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Abbas an und gilt nach seiner allfälligen Freilassung als aussichtsreicher Kandidat für eine Spitzenposition im neu zu gründenden Palästinenserstaat. «Ein solches Veto würde», so betonte Barghouti, «Proteste von Millionen in der arabisch-muslimischen Welt und darüber hinaus auslösen.» - Am Sonntag hatte der israelische Aussenminister Avigdor Lieberman an der wöchentlichen Kabinettsitzung davor gewarnt, dass die Palästinensische Behörde sich für den Tag nach der Abstimmung über den Palästinenserstaat in der Uno-Vollversammlung «auf ein Blutvergiessen ungekannten Ausmasses» vorbereiten würde. [JU]