Unermüdlich

September 5, 2008
Er ist bis heute streitbar: Karl Pfeifer, geboren in Baden bei Wien, der am 22. August 80 Jahre alt geworden ist.
<strong>Karl Pfeifer</strong>

Karl Pfeifer floh 1938 als Kind mit seinen Eltern nach Ungarn. Als das Land 1943 vom Krieg eingeholt wurde, gelang ihm mit einem der letzten Kindertransporte des Hashomer Hatzair die Flucht nach Palästina. Doch auch dort war der Kampf nicht vorbei; zwei Jahre lang diente Pfeifer zuerst bei der Hagana, dann bei der Armee für den neuen Staat. Anfang der Fünfzigerjahre kehrte er nach Österreich zurück – einer schwierigen Heimat voller Verdrängung, Ressentiments und einem mehr oder weniger verborgenen Antisemitismus. Gegen Letzteren kämpfte und kämpft Karl Pfeifer bis heute als Journalist und Publizist, zuletzt prominent in einer Auseinandersetzung um den Politologen Werner Pfeifenberg (vgl. tachles 03/2008). Das Leben Karl Pfeifers haben nun die Filmemacher Daniel Binder, Mary Kreutzer, Ingo Lauggas, Maria Pohn-Weidinger und Thomas Schmidinger in «Zwischen allen Stühlen – Lebenswege des Journalisten Karl Pfeifer» nachgezeichnet, der nächste Woche in Wien Premiere feiert. [TA]