Treffen Obama - Netanyahu
Mehr als nur Zwischenhoch?
Der Unterschied zwischen dem letzten Treffen von Barack Obama und Binyamin Netanyahu in Washington und demjenigen vom Dienstag dieser Woche könnte eklatanter nicht sein. War das vorletzte Treffen getrübt von einer Krise rund um die israelische Bautätigkeit in den Gebieten und Jerusalem, herrschte dieses Mal eitel Sonnenschein. Obama drängte auf möglichst baldige Direktgespräche Israels mit den Palästinensern, liess sich mit seinem Gast ablichten, stellte sich zusammen mit ihm der Presse, und Präsidentengattin Michelle Obama führte Sara Netanyahu durch die Privatgemächer des Weissen Hauses. Garniert war diese Zurschaustellung bester Stimmung von den bekannten Zusicherungen der Amerikaner bezüglich der israelischen Sicherheitserfordernisse. Ob allerdings das Rendez-vous vom Dienstag mehr als nur ein Zwischenhoch war (Obama liess seine grundsätzliche Bereitschaft zu einem Israel-Besuch durchblicken), wird sich spätestens Ende September zeigen, wenn das partielle Baumoratorium abläuft. Eine stillschweigende Verlängerung des Baustopps dürfte für Washington das Minimum sein, doch in den Siedlungen gibt es bereits Pläne für den Bau von mindestens 2700 Wohneinheiten unmittelbar nach Ende des Moratoriums am 27. September. [ju]