Tiefststand des Dollars

Mark Kostman (Haaretz) und Jacques Ungar, October 9, 2008
Der Dollar fiel am Dienstag gegenüber dem israelischen Shekel auf einen seit September 1998 nicht mehr verzeichneten Tiefstand. Damals sank der Dollar im Zuge der weltweiten Krise auf den Kapitalmärkten auf NIS 4,038. Der offizielle Mittelkurs wurde mit NIS 3,999 pro Dollar fixiert. Bankexperten glauben nicht, dass damit die Talsohle bereits erreicht ist.

Der dominierende Faktor für die Stärkung des Shekels gegenüber dem Dollar und anderen ausländischen Währungen ist der Zufluss von Kapital nach Israel, vor allem durch ausländische Investoren.
Diese Entwicklung scheint den Effekt der fallenden lokalen Zinssätze und die sich dadurch verengende Differenz zwischen den Sätzen in Israel und im Ausland zu kompensieren. Das Niveau des Dollars ist eine Überraschung für israelische Devisenhändler, die sich gegen Ende des letzten Jahres aus Angst vor Millennium-Bug massenweise mit der amerikanischen Währung eingedeckt hatten. Sobald sich aber die Ängste als unbegründet erwiesen, wurden die gehorteten Dollars auf den Markt geworfen, was den Shekel in die Höhe trieb.
Was die Zukunft des Dollars betrifft, dominiert weitum das Gefühl, dass sich infolge der sinkenden Zinssätze die Nachfrage nach dem «Green Buck» in Israel beleben wird, doch lassen sich bzgl. des Zeitpunkts dieser Trendwende keine präzisen Angaben machen. Gegenüber dieser Meinung steht die Ansicht, wonach der Technologie-Boom in Israel anhalten wird, was den Zustrom ausländischen Kapitals in den jüdischen Staat fördern wird.
Für den Durchschnitts-Israelis präsentiert die Lage sich derzeit wie folgt: Die Exporteure klagen über sinkende Profite, während die meisten Importeure unter Hinweis auf ein vergangenes «schweres Jahr» die Zusatzgewinne, die ihnen durch die billigeren Einkäufe erwachsen, nicht an die Konsumenten weitergeben.