TC Hakoah kämpft ums Überleben
Der TC Hakoah startet in seine mittlerweile 84. Saison. Um langfristig bestehen zu können, muss sich allerdings etwas ändern, denn der Club hat zu wenig Mitglieder, was sich auch auf die Finanzen des Vereins auswirkt. «Es ist das klassische Phänomen», stellt Präsident Joel Guttmann fest. «Den Tennisclubs geht es allgemein nicht gut und beim Hakoah gibt es nicht viele potenzielle Mitglieder.» Hauptausgaben beim Club sind die Platzkosten, denn Tennisplätze müssen regelmässig versorgt werden. Deshalb schreibt der Hakoah jedes Jahr rote Zahlen. Wenn nichts geschieht, ist der Club in drei Jahren Konkurs.
Laut Guttmann halten sich diese Kosten im Rahmen: «Die Platzkosten sind nicht enorm hoch, zehn neue Mitglieder, und wir würden schon schwarze Zahlen schreiben, wenn auch in kleinem Masse.»
Engagierte Vorstandsmitglieder
Der Verein leidet allerdings noch unter einem anderen Problem: Zu wenige Mitglieder sind bereit, sich als Funktionäre für den Verein einzusetzen. Der Vorstand besteht neben Präsident Joel Guttmann nur aus dem Kassier Armand Horowitz, der Sekretärin Noémie Domb und dem Spielleiter Hanspeter Märki. Das Amt des Platzchefs ist immer noch vakant und so hat Guttmann, der bereits von 1978 bis 1988 Hakoah-Präsident war, auch noch diese Aufgabe übernommen. Ohne den Einsatz dieser Handvoll engagierten Club-Mitglieder wäre der Verein mit den schönen Spielplätzen in den Ziegelhöfen schon lange am Ende.
Der Club startet wie im vergangenen Jahr mit den Trainern Daniela Blanke und Harald Stockinger in die neue Saison. Blanke ist ehemalige Profitennisspielerin und war Nummer eins in Israel. Das Juniorentraining ist nicht schlecht besucht und momentan die einzige Quelle, aus der neue Mitglieder gewonnen werden können. Das erfolgreichste Programm beim Hakoah ist jedoch der «Zyschtigsclub», der Seniorentreff am Dienstagabend mit bis zu 16 Spielern. Für Guttmann ist klar, dass die Senioren den Club am Leben halten. Zwischen Junioren und Senioren klafft eine Lücke, denn es gibt praktisch keine Studenten und junge Erwachsene. Auch Damen spielen nur noch vereinzelt.
Existenzielle Probleme
Möglichkeiten, neue Mitglieder in den Club zu holen, gibt es viele. Einerseits überlegen sich die Verantwortlichen immer wieder, ob es sinnvoll wäre, den Club zu öffnen, das heisst, auch nichtjüdische Mitglieder aufzunehmen. Was es bereits gibt, sind Tagesspieler, die den Platz zu
festgelegten Zeiten benützen, im Club aber nicht mitbestimmen dürfen. Ideen hat Joel Guttmann viele: «Eine Möglichkeit wäre, dass Firmen, die in der Umgebung ihre Geschäfte haben, die Plätze über Mittag nutzen könnten, um zu spielen.»
Das Problem des TC Hakoah wird mit jeder Saison existenzieller, denn nicht nur verschlechtert sich die finanzielle Situation von Jahr zu Jahr, auch die Mitglieder des «Zyschtigsclubs» werden älter und spätestens, wenn die Senioren dereinst das Racket an den berühmten Nagel hängen werden, ist auch das Schicksal des jüdischen Tennisclubs in Basel besiegelt.