Streitbar
Sie war zu ihren Lebzeiten für viele ein rotes Tuch: Betty Friedan, geboren als Betty Naomi Goldstein in Illinois. Ihre Leidenschaft, gegen Ungerechtigkeiten jeglicher Art zu kämpfen, führte sie selbst auf den von ihr erlebten Antisemitismus zurück. Nach einem Abschluss in Psychologie wurde Friedan, die politisch links stand, Journalistin. Bekannt wurde sie 1963 mit ihrem Buch «Der Weiblichkeitswahn», in dem sie die Stellung amerikanischer Frauen thematisierte, die ein konservatives Rollenbild auf ein Dasein als Hausfrau und Mutter reduzierte. Der Bestseller löste ein Erstarken der Frauenbewegung aus, für das Friedan teils gehasst wurde. Lebenslang kämpfte sie für die Gleichstellung der Frauen zum Beispiel bei den Löhnen oder hinsichtlich der Freigabe der Abtreibung. Friedan war Mitbegründerin verschiedener Frauenorganisationen und blieb bis zu ihrem Tod eine wache Beobachterin ihrer Zeit. So kritisierte sie Mitte der neunziger Jahre bereits den Jugendwahn der amerikanischen Gesellschaft. Die streitbare Feministin, die im Jahre 2006 an ihrem 85. Geburtstag starb, wäre am 2. Februar 90 Jahre alt geworden. [em]