Seltsam
Die Uno-Vollversammlung wählte das nordafrikanische Land für die nächsten drei Jahre in den Uno-Menschenrechtsrat. Angesichts des durchzogenen Images Libyens in Sachen Menschenrechte (Stichworte: Flugzeugbombe über Lockerbie, willkürliche Inhaftierung von Ausländern) ein eher fragwürdiger Beschluss, der sich nahtlos in die bisher nicht weniger fragwürdige Performance des regelmässig in Genf tagenden Uno-Rats einreiht. Trauriger Höhepunkt der letzten Monate war der massiv kritische bis antiisraelische Bericht des südafrikanischen Richters Richard Goldstone über Israels Rolle im letzten Gazakrieg. Ausser Libyen wurden Uganda, Mauretanien, Malaysia, Katar und Spanien und unter anderem auch die Schweiz neu in den Rat gewählt. Ob aus der Mitgliedschaft Berns in diesem Gremium ein Gegengewicht zu dessen reflexartigen Antiisraelismus erwachsen wird, ist beim heutigen Stand der Dinge ebenso offen wie die Frage nach den Gesprächsthemen zwischen den Delegierten der Eidgenossenschaft und Libyens in der Kaffeepause. [ju]