Salzskulpturen
Seit wenigen Wochen verfügt das Besucherzentrum der Ahava Dead Sea Laboratories am Toten Meer über eine neue Attraktion, über die Salzskulpturen der Künstlerin Anat Eshed Goldberg. Wie diese ungewöhnliche künstlerische Ausdrucksform entstand, erklärt Goldberg nachstehend.
«Alles begann mit einer Erkenntnis während eines Spaziergangs am Strand des Toten Meeres. Mich faszinierten die Formen, die durch die Bedeckungen von Steinen, Ästen und anderen natürlichen oder von Menschenhand geschaffenen Objekten mit Salzkristallen entstanden sind. Ich wollte versuchen, meine eigenen imaginären, von Salz bedeckten Formen zu kreieren.
Im Jahr 2000 nahm ich das Projekt in Angriff: Ich suchte nach den richtigen Materialien, die geeignet wären, eine Salzbedeckung zu tragen. Auch musste ich nach einer Methode suchen, um die Formen ins salzhaltige Wasser des Toten Meeres zu tauchen. Rasch realisierte ich, dass ich mehr über das Tote Meer lernen musste, wie etwa über seine Salzkonzentration und über das einzigartige Ökosystem, welches das Heranwachsen glänzender, weisser Kristalle ermöglicht. Mir wurde auch klar, dass ich das Projekt nicht würde alleine verwirklichen können. In dieser harschen Umgebung musste ich eine elementare Infrastruktur schaffen, und es war offensichtlich, dass ich das Projekt weder technisch noch finanziell würde alleine durchziehen können. Ich suchte und fand finanzielle und logistische Hilfe im Kibbuz Mizpe Shalem am Toten Meer, und nach dem ersten Jahr stiess der Bildhauer Michael Rieder zu mir. Im Verlauf des Prozesses mussten die Werke ins Tote Meer eingetaucht werden. Dann musste ich warten, bis die Salzkristalle wuchsen und die Formen mit einer dicken kristallenen Schicht bedeckten. Der Standort des Toten Meeres und die chemische Zusammensetzung der Kristalle schufen uns viele Probleme. Heftige Stürme, hohe Wellen und starke Winde verursachten den Verlust von 25 Skulpturen in den ersten drei Jahren. Das Meer ist ein harter Partner, der seine Opfer fordert. Manchmal verloren wir alle unsere Arbeiten, einschliesslich der Flosse, in den Fluten und Stürmen. Nach und nach gesellten sich weitere Künstler zu uns und boten uns ihre unschätzbare Hilfe und Inspiration bei der Erschaffung dieser grossen Skulpturen an. Unser fünfköpfiges Team setzt sich heute aus Künstlern aus Australien, Frankreich, Brasilien, Norwegen und Israel zusammen. Arie Cohen vom Kibbuz Mizpe Shalem ist unser Sponsor und wir danken ihm für seine Geduld, Unterstützung und Ruhe während aller Katastrophen, Herausforderungen und Schönheiten dieses Projekts.»
Anat Eshed Goldberg