Sachte Rückkehr zur Normalität
Die Tatsache, dass die ersten Meldung in den Frühnachrichten des Dienstags von Radio Israel Themen wie den Versuchen zur Beilegung des monatelangen Ärztestreiks, der Fortsetzung des sozialen Protestes (die Demonstranten besetzten am Montag ein über 3000 Quadratmeter grosses, leerstehendes Gebäude in Tel Aviv) und der Verlängerung der Untersuchungshaft für die Sängerin Margalit Tzanani gewidmet waren, während kein Wort über die militärische Lage im Süden des Landes zu hören war, deutete nach vier Tagen der Spannungen und Feuerwechsel auf eine vorsichtige Rückkehr zur Normalität hin. Am Montagabend bereits hatten die zuständigen Stellen die erhöhte Bereitschaft für Jerusalem und Umgebung abgebaut, und die Präsenz von Uniformierten im Stadtbild war wieder auf den üblichen Umfang reduziert worden. Auch in Städten wie Ashkelon, Ashdod und Beerschewa, aber auch in den Ortschaften direkt an der Grenze zum Gazastreifen war die Entspannung am Montagabend sicht- und fühlbar. So füllten sich die in den Tagen davor leeren Einkaufszentren und Cafés wieder mit Menschen, und die diversen suspendierten Festivals wurden nach Beratungen mit dem Zivilschutz ebenso neu angesetzt wie die verschobenen Fussballspiele des letzten Wochenendes. «Auch wenn die Waffenruhe nur vorübergehend ist», sagte Galit in Ashdod gegenüber der Zeitung «Haaretz», «ist meine Stadt wie neu erwacht. Wir können wieder frische Luft atmen.» [JU]