Rücktritt
Der 30-jährige Jedidjah Bollag tritt nach nur elf Monaten im Stadtzürcher Gemeinderat als SVP-Vertreter zurück. Als Grund nannte er in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» vor allem persönliche Anliegen. So sei der Aufwand «mit all den Sitzungen in der Kommission, in der Kreis- und der Stadtpartei» irgendwann zu gross geworden. Als Bollag im Herbst 2009 auf die SVP-Liste kam, war er bei einer Versicherung angestellt, später aber wechselte er die Stelle und bildete sich weiter. Alles in allem zu viel, wie er betont: «Man kann das heute nur noch bewältigen, wenn man beruflich und familiär etabliert ist.» Er werde aber Mitglied der SVP bleiben, da er sich innerhalb der Partei nach wie vor wohl fühle und ihn deren Inhalte ansprechen. Im November 2010 hatte er sich an einer Podiumskommission von tachles in der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich für die Annahme der Ausschafftungs-Initiative stark gemacht (vgl. tachles 19/10). Bollag, der verheiratet ist und gerne kocht und liest, hält es durchaus für möglich, eventuell erneut zu einem späteren Zeitpunkt für den Gemeinderat zu kandidieren. Dies müsse dann aber «anständig aufgebaut» werden. [vw]