Rabbiner der sexuellen Nötigung beschuldigt
Gegen den 70-jährigen, in Frankreich sehr einflussreichen und allseits respektierten Rabbiner Daniel Farhi, Mitbegründer des «Mouvement juif libéral de France», wurde am Mittwochabend ein Ermittlungsverfahren wegen einer sexuellen Nötigung eingeleitet, die er 1990 begangen haben soll und die von seinem Anwalt als «Verleumdung» bezeichnet wird. Eine 23-jährige Frau hatte ihn wegen «sexueller Nötigung durch eine Autoritätsperson» gegenüber einer Minderjährigen angeklagt. Am Dienstagmorgen wurde Farhi verhaftet und im Laufe des Tages einvernommen. Gemäss dem Anwalt des Rabbiners sei dieser «gleichzeitig sehr niedergeschlagen und entschlossen». Denn Gerüchte über seine sexuelle Verfehlung zirkulierten schon seit drei Jahren, und nun könne er sich endlich zu dieser Verleumdung erklären. Der Vorsitzende des Dachverbands der jüdischen Organisationen Frankreichs (CRIF), Haïm Musicant, erklärte auf Anfrage, dass ihn diese Nachricht «umgehauen» habe. «Rabbiner Farhi ist für seine Offenheit, seine Toleranz und den Dialog, den er mit den Muslimen und Katholiken pflegt, allseits bekannt. Natürlich sind wir sehr zurückhaltend und respektieren die Unschuldsvermutun»“, sagte er. Daniel Farhi ist verheiratet und Vater dreier Kinder, sein Sohn Gabriel ist seinerseits Rabbiner. [TA]