Quer

January 29, 2009
Quer zum Zeitgeist lag Carl Albert Loosli mit vielen seiner Meinungen.
Carl Albert Loosli

Eine schwere Kindheit mit Heimaufenthalten und vielen Entbehrungen prägten Loosli und schärften seinen Blick für Ungerechtigkeit. Als er 1959 im Alter von 82 Jahren starb, schrieb «Die Tat»: «Die Schweiz ist um eine Mannesgestalt bester Art ärmer geworden.» Loosli geriet bald in Vergessenheit – sowohl seine literarischen Werke als auch seine beherzten und hartnäckigen Interventionen zu sozialen Themen wie dem schweizerischen Strafvollzug oder zu politischen Belangen. 1926 erschien «Die schlimmen Juden!» – der wachsende Antisemitismus, den er entschieden ablehnte, veranlasste ihn zu diesem Schritt. Unumstritten war die Schrift nicht, wie sich im Vorwort zum sechsten Band der Carl-Albert-Loosli-Werkausgabe nun nachlesen lässt. «Judenhetze», so der Titel des Bandes, enthält Looslis Schrift und die Debatte um den Text. Weiter widmet sich ein Kapitel dem Berner Prozess um die «Protokolle der Weisen von Zion» und versammelt Schriften aus den Jahren des Faschismus. Eine lohnende Lektüre!    [TA]




Carl Albert Loosli:
Judenhetze. Rotpunktverlag, Zürich 2008.