Prognosen nach oben korrigiert

von Tal Levy, September 10, 2009
Laut den jüngsten Prognosen der Zentralbank wird die israelische Wirtschaft schon nächstes Jahr wieder um 2,5 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit bleibt bei acht Prozent, und niemand wagt sich so weit vor, das Ende der Wirtschaftskrise bereits als langfristig gesichert hinzustellen.
CHEF DER ISRAELISCHEN ZENTRALBANK Stanley Fischer und sein Institut blicken positiver in die Zukunft als erwartet

Die israelische Zentralbank hat ihre wirtschaftlichen Wachstumsprognosen für die Jahre 2009 und 2010 nach oben korrigiert. Für das laufende Jahr erwartet die Zentralbank nun ein unverändertes Bruttoinlandprodukt anstelle einer Schrumpfung von 1,5 Prozent, wie sie bis jetzt prognostiziert wurde. Die Wachstumsrate für 2010 wird bei der Bank nun mit 2,5 Prozent veranschlagt, anstelle von einem Prozent, wie es noch die im April publizierte Prognose voraussah. Unverändert hoch bleibt die Arbeitslosigkeit in Israel. Die derzeit bei acht Prozent liegende Rate wird gemäss Angaben der Bank dieses Jahr noch leicht auf 8,1 und im Jahr 2010 auf 8,3 Prozent steigen.

Ein stetiger Anstieg

Die korrigierte Prognose besagt, dass die Wachstumsrate in Israel vom vierten Quartal 2009 bis zum vierten Quartal 2010 drei Prozent betragen wird, ähnlich der erwarteten globalen Wachstumsrate. Es sei daran erinnert, dass in den letzten paar Jahren die israelische Wachstumsrate die globale stets um rund ein Prozent übertraf. Die israelische Rate dürfte stetig ansteigen und ihr Potenzial in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres erreichen.
Dank positiver Daten bezüglich der Wirtschaftsaktivität im zweiten Quartal des laufenden Jahres, sowohl global als auch in Israel, konnten die makroökonomischen Prognosen für 2009 und 2010 nach oben korrigiert werden. Basierend auf lokalen israelischen Zahlen für die erste Jahreshälfte 2009 und die jüngsten Monate macht es den Anschein, als ob der Rückgang in den ökonomischen Aktivitäten, dessen Talsohle zuvor erst gegen Ende 2009 vermutet wurde, bereits im zweiten Quartal am Auslaufen war. Ein ähnliches Muster liess sich auch in anderen entwickelten Wirtschaften feststellen. Das israelische Bruttoinlandprodukt nahm im zweiten Quartal dieses Jahres mit einer Jahresrate von einem Prozent zu, wobei vor allem die Exporte und der private Konsum auf dem Wachstumspfad waren. Dessen ungeachtet stieg die Arbeitslosenrate im zweiten Quartal auf acht Prozent. Das steht im Einklang mit der Verzögerung, welche die Reaktionen des Arbeitsmarktes generell charakterisiert.

Zunahme von Exporten und Importen

Als Folge der Verbesserung der Handelsbilanz und des scharfen Rückgangs der Importe wird für das laufende Jahr mit einem grossen Kontokorrent-Überschuss von rund sieben Milliarden Dollar gerechnet. Der Jahresprognose liegt für das restliche Jahr 2009 ein bescheidenes Quartalswachstum von rund 2,5 Prozent, auf Jahresbasis berechnet, zugrunde. Hinzu kommt ein sachter Anstieg der Arbeitslosigkeit. Das Wachstum in Israel wird im Jahr 2010 von den Ausfuhren angeführt werden, die (Diamanten ausgeschlossen) um 6,3 Prozent zunehmen dürften. Inländische Investitionen werden nur um 2,7 Prozent wachsen, vor allem infolge der nur zögernden Erholung des Investitionsbereichs in den wichtigsten Industriesektoren. Deren Anteil am Bruttoinlandprodukt dürfte niedrig bleiben.
Im Jahr 2010 dürfte sich der grosse Kontokorrentüberschuss von 2009 leicht zurückbilden, was sich teilweise mit der Situation der Handelskonditionen und der wieder zunehmenden Importe erklären lässt. Die Einfuhren dürfte laut den Prognosen im Jahr 2010 um 6,9 Prozent zunehmen, was eine Korrektur des massiven Falls des Gewichts der Importe in der Gesamtrechnung für 2009 darstellen würde.