Premiere von Schawinski mit Schawinski
Konrad Hummler ist zur allgemeinen Überraschung der erste Gast in Roger Schawinskis nagelneuem Polit-Talk «Schawinski». Der Chef der Privatbank Wegelin und VR-Präsident der NZZ sei eloquent und ein perfekter Gesprächspartner wegen der aktuellen wirtschaftlichen Situation, verteidigte der Medienunternehmer seine Wahl. Er hat den wortgewandten Hummler kürzlich auch im «Doppelpunkt» auf seinem «Radio 1» empfangen.
Wie so oft war «Roschee» auch in diesen Tagen auf allen Kanälen präsent. Es erschienen zahlreiche ganzseitige Interviews, mit aggressiven Fragen im «Tagesanzeiger», sachlich in anderen Medien. Marathonläufer Schawinski erledigte auch eine kleine, aber schweisstreibende Aufgabe im letzten «Donnschtig-Jass» seines neuen Auftraggebers, des Schweizer Fernsehens. Für diese «Rückkehr» des Erfinders des «Kassensturz» zum Staatssender und für sein verstummtes Lästern über das Schweizer Fernsehen musste sich Schawinski jeweils wortreich rechtfertigen. Seine jahrelange heftige Kritik habe vor allem dem abgetretenen SRG-Generaldirektor Armin Walpen gegolten, der vor Jahrzehnten als Bundesangestellter am heftigsten versucht hatte, den damaligen Piratensender «Radio 24» in die Knie zu zwingen, doch jetzt sässen an allen Schaltstellen Journalisten, liess Schawinski überall verlauten. Ausserdem sei er selber gelassener geworden, betonte der 66jährige.
Ueli Maurer, heute Verteidigungsminister, nannte Schawinski wegen seiner Kehrwendung in Richtung SF einen «Opportunisten». In einem exzellent recherchierten Porträt im «Sonntag» räumte Schawinski gegenüber Chefredaktor Patrik Müller ein, dass er gerne Maurer in der Sendung gehabt hätte, doch dieser habe habe seine Einladung zu einem Polit-Talk abgelehnt. Unvergesslich, wie Maurer einst dem Moderator Schawinski im «Sonntalk» seines damaligen Privatfernsehens aus der Gesprächsrunde davonlief, weil er «Parteipräsident von Blochers Gnaden» geschmäht worden war. Eine nächste Begegnung müsste überaus spannend verlaufen, mit zwei Kontrahenten, die sich nichts schenkten würden.
Sein Polit-Talk, «ein Hochseilakt», werde der brisanteste und beste der Schweiz, versprach der brillante Moderator und Fragensteller mehrfach. Auf verschiedenen kleineren Sendern versuchen sich noch mehr Polit-Talker: Am kommenden Mittwoch startet der FDP-Nationalrat und Journalist Filippo Leutenegger mit einer neuen Version seiner «Arena», es gibt auch Tele-Blocher mit Matthias Ackeret, einen Talk des Zürcher SVP-Nationalrats Claudio Zanetti und eine Sendung des SVP-Nationalrats Ulrich Schlüer. Bei ihm würden die Gäste nicht nur herunterbeten, was auf ihrer Homepage stehe, verspricht Roger Schawinski. Den Beweis tritt er künftig jeweils eine knappe halbe Stunde lang an. [GB]
Montag, 22. August, SF 1, 22.55 Uhr