Preis

September 17, 2010
Am Montag vor einer Woche gab die schweizerisch-italienische Balzan-Stiftung die diesjährigen vier Preisträger der mit je einer Million Schweizer Franken dotierten Auszeichnung bekannt.
Carlo Ginzburg

In der Kategorie Geschichte Europas (1400–1700) wird der italienische Historiker und Kulturwissenschaftler Carlo Ginzburg geehrt. Dem 1939 in Turin geborenen Sohn des Einaudi-Verlag-Mitbegründers Leone Ginzburg und der Schriftstellerin Natalia Ginzburg wurde der Preis «für seine ausserordentliche Fähigkeit, Einbildungskraft, wissenschaftliche Genauigkeit und literarisches Talent zu verbinden, um die Volksglauben des frühneuzeitlichen Europas zu erklären und zu veranschaulichen» zugesprochen. So auch in seinem weltweit erfolgreichen Buch «Der Käse und die Würmer», in dem er den Leser auf originelle Weise in die Welt des Müllers Menocchio um 1600 einführt. In «Hexensabbat» interpretiert Ginzburg die «Geständnisse» der als Hexen Angeklagten auf tatsächlich vorhandene vorchristliche Riten hin und verweist so auf den Volksglaubens in jener Zeit. Die Preisverleihung wird am 19. November in Rom stattfinden.    [em]