Prävention gegen Cholera
Das an der Hebräischen Universität (HU) entwickelte Präventionsprogramm gegen Cholera, welches das Rote Kreuz während der jüngsten politischen Unruhen in Flüchtlingslagern in Kenia angewandt hat, hat sich als äusserst wirksam sowohl bei der Verhinderung als auch bei der Kontrolle der Krankheit erwiesen. Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes und die Internationale Föderation des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes bereiten nun gemäss der Meldung der HU die Anwendung des Programms ausserhalb der Lager vor.
Cholera als Problem für Kenia
Die Studenten aus Kenia, Äthiopien, Nigeria, Kolumbien, Usbekistan, Indien
und den USA – Studenten der Medizin und Praktikanten des öffentlichen
Gesundheitswesens – studieren in Israel im Rahmen von einjährigen
Programmen an der Hadassah-Braun-Schule für öffentliche Gesundheit
und Gemeindemedizin der HU. Ihre Teilnahme an dem Programm wurde Dank der finanziellen
Unterstützung durch den Legacy Heritage Fund und die Pears Foundation möglich.
Die Cholera gehört zwar zu den am besten erforschten und gut zu verhindernden
Krankheiten, doch laut der Weltgesundheitsorganisation gab es allein 2007 weltweit
180?000 neue Fälle, und immer noch handelt es sich bei 65 Prozent der Todesfälle
bei durchfallartigen Krankheiten um Kinder unter fünf Jahren in Entwicklungsländern.
In Kenia bricht die Cholera jedes Jahr wieder aus, vor allem infolge der sintflutartigen
Regenfälle mit anschliessenden Überschwemmungen, welche die ohnehin
schon unzureichenden Wasservorkommen verunreinigen.
Internationales Programm
Eine wirksame Behandlung hängt von einer raschen Meldung neuer Fälle und einer frühen Diagnose ab. Das von den Studenten entwickelte Programm zielt laut HU darauf, das Angebot sicherer Wasservorkommen zu erhöhen, das Bewusstsein in den Gemeinden über die Verhinderung von Cholera zu fördern, die Überwachung und das Rapportieren von Krankheitsfällen zu verbessern, ein zentrales Kontroll-Netzwerk zwecks sofortiger Anwendung sich aufdrängender Massnahmen aufzubauen, Reaktionsteams zu mobilisieren, die sich rasch in die Gegenden mit Verdacht auf Choleraherde begeben können, die Patientenbetreuung zu verbessern, die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern und ein postepidemisches Erziehungsprogramm auf die Beine zu stellen.
Seit seiner Gründung vor über 35 Jahren wurden im Einjahres-Intensivkurs der Universität fast 700 Studenten aus 85 verschiedenen Ländern ausgebildet.
Jacques Ungar