Posen Foundation betroffen

January 15, 2009
Mit dem in Grossbritannien lebenden Felix Posen ist ein weiterer jüdischer Mäzen in den Strudel der Pleite des amerikanischen Financiers Bernard Madoff geraten.
FELIX POSEN Auch er hat durch den Madoff-Skandal viel verloren

Der riesige vom amerikanischen Financier Bernard Madoff verschuldete Finanzskandal hat ein weiteres Opfer unter jüdischen Unternehmern gefordert: Felix Posen, ein ehemaliger Geschäftspartner des Rohstoffhändlers Marc Rich, hat dem Vernehmen nach infolge seiner Investitionen in Fonds, die mit Madoff in Verbindung stehen, Teile seiner in der Schweiz domizilierten philanthropischen Stiftung verloren.

Der in Grossbritannien lebende Posen ist stark in philanthropische Aktivitäten in Israel engagiert und gilt weltweit als einer der wichtigsten Mäzene im Bereich der jüdischen Kultur. Er ist Präsident der von seinem Sohn geleiteten Posen Foundation. Der von der Familie finanzierte Fonds spendet jährlich Millionen von Dollar an Bildungsinstitutionen in Israel und an Projekte, die das Konzept der jüdisch-säkularen Kultur in aller Welt fördern.

Zwar ist die Posen Foundation weiterhin funktionsfähig, doch wurden die Zahlungen für bestimmte neue Projekte bis März eingestellt – dann kommen die Direktoren zu einer Lagebeurteilung zusammen. Die «Sunday Times» schätzt Posens Vermögen für 2008 auf rund 150 Millionen Pfund. Sowohl infolge seiner Investitionen in Madoffs Fonds als auch wegen der weltweiten Wirtschaftskrise dürfte Posen einen Grossteil seiner in die Foundation investierten Gelder verloren haben. Daniel Posen macht allerdings geltend, dass zwar viele philanthropische Aktivitäten negativ beeinflusst worden seien, dass man aber die Kontrolle über die Verluste der Familienstiftung nicht verloren habe. Die Familie ziehe auch ein generelles Einstellen der Aktivitäten der Stiftung nicht in Betracht, doch benötige es eine gewisse Zeit, um festzulegen, wie die Tätigkeit «in diesen schwierigen Zeiten» fortgesetzt werden soll. Laut Daniel Posen werde ein Teil der für 2009 vorgesehenen Aktivitäten auf 2010 verschoben werden, zudem werde die Foundation bis zur Lösung der Probleme vielleicht ihre Tätigkeit einschränken müssen.

In Israel hat die Posen Foundation unter anderem zur Finanzierung des Studienzentrums für Antisemitismus an der Hebräischen Universität beigetragen. Zudem gehört sie zu den Gründerinnen des Alma Hebrew College in Tel Aviv und von Meitar in Jerusalem. Diese Institution betreibt Schulprogramme für Studien zur
jüdischen Identität.