Parlamentarische Wasserschlacht

January 10, 2012
Anastasia Michaeli (Israel Beiteinu) schüttet einem arabischen Parlamentarier ein Glas Wasser ins Gesicht.
Anastasia Michaeli (links) nach hitziger Debatte

Die politische Atmosphäre in Israel nimmt immer mehr die Züge eines eigentlichen Wahlkampfes an, obwohl es bis zum ordentlichen Datum der nächsten Knessetwahlen – November 2013 – noch fast zwei Jahre dauert. Allerdings glauben immer weniger Beobachter daran, dass die Knesset tatsächlich bis zum diesem Datum «überleben» wird. Eines der Merkmale für die herannahende Wahlstimmung sind die stets häufigeren Versuche von Politikern und Abgeordneten, mit oft billigen Gags von sich reden zu machen. Ein betrübliches Beispiel für diesen Trend lieferte am Montag die rechtslastige Abgeordnete Anastasia Michaeli von «Israel Beiteinu». In der Hitze einer Debatte in der parlamentarischen Bildungskommission füllte sie ein Glas mit Wasser und schüttete es ihrem (arabischen) Kollegen Raleb Majadle von der Arbeitspartei ins Gesicht. Die Kontroverse entbrannte an der Frage, ob der Rektor einer Schule in Arara im Negev zu entlassen sei, wie dies ein Kommissionsmitglied der Likud-Partei forderte. Der Rektor hatte im vergangenen Monat Schüler an einen Menschenrechtsmarsch nach Tel Aviv genommen. Parteichef und Aussenminister Avigdor Lieberman kritisierte Anastasia Michaeli scharf für ihr Vorgehen, und man darf füglich bezweifeln, ob er die rabiate Abgeordnete im Vorfeld der nächsten Knessetwahlen wieder in die Kandidatenliste wird aufnehmen können. [JU]