«Palästinensisches Ablenkungsmanöver»
Den bevorstehenden Gang der Palästinensischen Behörde vor die Uno-Vollversammlung zwecks einseitiger Anerkennung ihres Staates bezeichnet US-Präsident Barack Obama als «Ablenkungsmanöver», das die Palästinenser dem gewünschten Ziel nicht näher bringen würde. Das sei einzig durch direkte Verhandlungen der Konfliktsparteien möglich. Vor Journalisten in Washington warnte Obama die israelische Seite in der Nacht zum Dienstag davor, mit wirtschaftlichen Vergeltungsmassnahmen auf den Schritt der Palästinenser zu reagieren. Damit würde Israel sich nur selber schaden, meinte der Präsident. – Inzwischen zeichnet sich eine klare Spaltung zwischen der Fatah in der Westbank und der Hamas im Gazastreifen bezüglich der palästinensischen Bemühungen vor der Uno ab. Die Hamas macht geltend, die Leitung der Westbank habe es nicht für nötig befunden, sich mit ihr zu beraten. So meinte der Hamas-Aktivist Mahmoud Zahar, der Gang vor die Weltorganisation würde den von der Hamas kontrollierten Gazastreifen nicht repräsentieren, da niemand die Bewohner des Streifens aufgefordert habe, Solidarität mit der «so genannten Septemberaktion» zu zeigen. Ein anderer Offizieller der fundamentalistischen Bewegung kritisierte das Vorgehen der Fatah als einen «individuellen Schritt», den Palästinenserpräsident Abbas unternommen haben, ohne irgendeine andere Fraktion zu konsultieren. [JU]