Nur zwei Prozent ziehen Emigration in Betracht
Während nur zwei von 100 jüdischen Israeli die Auswanderung aus ihrer Heimat in Erwägung ziehen, meinten 45 Prozent, sie würden einen nicht jüdischen Partner ehelichen, sollten sie sich in ihn oder sie verlieben. Ergebnisse einer Umfrage, die zu denken geben sollten.
Nur zwei von 100 jüdischen Israeli ziehen die Auswanderung als «vernünftige Option» in Betracht. Das ergibt eine diese Woche veröffentlichte Umfrage des Ministeriums für öffentliche Diplomatie und Diaspora-Angelegenheiten. Für 20 Prozent der Befragten ist die Auswanderung aus Israel immerhin noch eine «Option», während 80 Prozent der Interviewten erklärten, sie würden nicht beabsichtigen, Israel zu verlassen.
Gefahr für das jüdische Volk?
Gemäss der Untersuchung haben 44 Prozent der jüdischen Israeli die Emigration nie in Betracht gezogen, während 35 Prozent erklärten, über den Schritt nachgedacht zu haben, ihn jedoch «nie» in die Tat umsetzen würden. Der Anteil der Interviewten, die eine Auswanderung aus Israel ins Auge fassen könnten, ist höher unter jüngeren Israeli und nimmt mit zunehmendem Alter ab. So betrachten nur vier Prozent der über 60-Jährigen die Emigration als eine realistische Option, verglichen mit doch 31 Prozent in der Altersgruppe 18 bis 29 Jahre.
Die Umfrage, die das Ministerium während der Sukkotfeiertage im Bestreben durchführte, Informationen hinsichtlich der Haltung der Öffentlichkeit zum Leben in Israel, zur Assimilation und zu den Beziehungen zwischen Israel und der Diaspora zu sammeln, behandelte ausser der Emigrationsfrage noch weitere Themen. So erklärten 45 Prozent der jüdischen Israeli, sie würden einen nichtjüdischen Partner oder eine nicht jüdische Partnerin heiraten, sollten sie sich in solche verlieben. Auf der anderen Seite erklärten fast 60 Prozent der weiblichen Interviewten, sie würden keine Beziehung mit einem Nichtjuden eingehen, während nur 52 Prozent der männlichen Befragten in diesem Sinne antworteten. Rund 70 Prozent der jüdischen Israeli erklärten, die Assimilation sei eine «Gefahr für das Überleben des jüdischen Volkes».
Edelstein sieht rot
Yuli Edelstein, Minister für Diaspora-Angelegenheiten, bezeichnet die Erscheinung der Assimilation als einen «besorgniserregenden Trend». Seiner Meinung nach ist die Wirklichkeit noch schlimmer als die in der Umfrage präsentierten Statistiken. «Nur die Stärkung der Beziehungen zu
Israel, Besuche in Israel und die jüdische Erziehung der Gemeinden im Ausland», betonte Edelstein, «werden helfen, das
jüdische Volk auch für die kommenden Generationen am Leben zu erhalten.»
Die unter 500 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren durchgeführte Umfrage zeigt auch, dass 68 Prozent der israelischen Juden die Ansicht vertreten, die Juden in der Diaspora hätten kein Recht, Israel zu kritisieren. Über drei Viertel der Befragten meinten, ausserhalb von Israel lebende Juden sollten kein Recht haben, in Israel zu wählen und abzustimmen. Über 80 Prozent schliesslich bezeichneten es als die «Pflicht» der israelischen Regierung, sie vor den Erscheinungen des Antisemitismus zu beschützen.