Nun poltert er wieder
Nach einer kurzen Periode der wahrscheinlich durch die Abwicklung des Deals zur Befreiung des IDF-Soldaten Gilad Shalit bedingten Funkstille hat der israelische Aussenminister Avigdor Lieberman seine politischen Poltereien wieder aufgenommen. Dieses Mal ist Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas Zielobjekt des für seine oft peinlichen Äusserungen bekannten Ministers. Vor Journalisten in Jerusalem bezeichnete Lieberman am Montag Abbas als «das grösste Hindernis» für eine regionale Regelung. Sein Rücktritt wäre laut Lieberman ein «Segen und keine Drohung». Wenn es ein Hindernis auf dem Weg zum Frieden gebe, das unverzüglich entfernt werden müsste, dann sei es Abbas. Dessen einziges Interesse bestehe darin, sich als derjenige Mann in den Geschichtsbüchern einschrieben zu lassen, der den Palästinenserstaat und die Versöhnung zwischen seiner Fatah und der Hamas-Bewegung habe Wirklichkeit werden lassen. «Jeder Nachfolger des heutigen Palästinenserpräsidenten wäre besser für Israel», meinte Lieberman wörtlich. Entsprechend vehement lehnt der Aussenminister die Möglichkeit ab, im Rahmen der zweiten Phase des Shalit-Deals als Geste gegenüber Abbas vor allem Gefangene seiner Fatah-Bewegung freizulassen.[JU]