Neue Kandidaten, neue Perspektiven
Wie Guy Rueff gegenüber tachles bekannt gab, haben sich bereits zwei Gemeindemitglieder definitiv dazu entschieden, künftig im neuen Vorstand mitzuwirken. «Zudem sind wir mit weiteren Interessierten im Gespräch», betont der Präsident der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB). Als Kandidat aufstellen lässt sich Ronald Fried, der eine gastroenterologische Praxis in Basel führt. Er sagt: «Die IGB und ihre Institutionen sind für unsere Familie immer ein zentraler Bestandteil unseres Lebens gewesen. Ich bin in der IGB aufgewachsen.» Für den Vorstand möchte er kandidieren, da ihm das Wohl der IGB und ihrer Mitglieder sehr am Herzen liegt: «Ich möchte das Meinige dazu beitragen, dass diese Gemeinde weiterhin lebendig und spannend bleibt und sich den Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft stellen kann.» Des Weiteren stellt sich Daniel Erlanger zur Wahl, der mit seiner Frau und seinen Kindern in Basel lebt und der IGB bereits seit Langem verbunden ist. Er ist bei der Bank Dreyfus Söhne & Cie AG tätig. Aufgrund der Ferien in Basel war er für tachles in dieser Woche nicht für Fragen erreichbar. Mit den zwei neuen potenziellen Vorstandsmitgliedern sei die IGB «auf einem guten Weg», so Rueff.
Grosser Spielraum
Aus der IGB-Leitung scheiden an den Wahlen am 19. Juni die zum Grossteil langjährigen Vorstandsmitglieder Ursula Rhein, Sarah Mendelowitsch, Peter Bollag, David Jacobs, Adam Herzfeld, Jossi Hess und Philippe Nordmann. In ihrem Amt verbleiben allein Präsident Guy Rueff, Iris Sobol, Carine Eltbogen-Winter und Joel Weill. Aufgrund der grossen Zahl an vakanten Posten ist der Spielraum, sich innerhalb der Gemeinde einzubringen, für neue Vorstandsmitglieder vergleichsweise gross, so Rueff, der sich optimistisch zeigt und glaubt, noch weitere Interessierte für die Arbeit im Vorstand motivieren zu können. Die Gemeinde steht in diesem Jahr trotz der Rücktritte gut da: Erstmals seit Jahren lobte die Budget- und Rechnungsprüfungskommission die Gemeinde, die mit ihren Sparmassnahmen auf dem richtigen Weg sei.
Zukunft der Schule
Noch offen ist nach wie vor die Zukunft der Jüdischen Primarschule Leo Adler, um deren Schicksal sich zurzeit die bereits zweite Task Force Gedanken macht (tachles berichtete). Noch liegen keine Ergebnisse der Arbeitsgruppe vor, die verschiedene Wege für die Schule, die aktuell von 17 Kindern besucht wird, diskutiert. Was künftig aus der 50-jährigen Institution wird, die oft als das «Herzstück der Gemeinde» bezeichnet wurde, soll den Gemeindemitgliedern in diesem Frühling bekannt gegeben werden.