Mutig

June 17, 2011
Mietek Pemper

Die Informationen, die Mietek Pemper durch seine Funktion als persönlicher Stenograf Amon Göths, Lagerleiter des KZ Plaszow bei Krakau, erhielt, spielten eine zentrale Rolle bei der Rettung der 1200 Männer, Frauen und Kinder, deren Name auf Oskar Schindlers Liste standen. Der 1920 in Krakau geborene Mietek Pemper verbrachte 540 Tage mit dem für seine Grausamkeit bekannten Göth und musste mehr als einmal miterleben, wie Göth seine Diktate dafür unterbrach, vom Balkon des Büros aus Häftlinge zu erschiessen. Durch seine Position gelang es Pemper immer wieder, geheime Schreiben einzusehen. So konnte er Schindler rechtzeitig davor warnen, dass die Herstellung von Emaillewaren nicht als «siegentscheidend» angesehen wurde und die Deportation aller Arbeiterinnen und Arbeiter drohte. Daraufhin stellte Schindler einen Teil der Produktion auf Granaten um und konnte 1200 Menschen retten, weil er sie als dringend benötigte Facharbeiter auswies. Mietek Pemper, der auch einer der Zeugen im Prozess gegen Amon Göth war, lebte seit 1958 in Süddeutschland. Er starb am 7. Juni in Augsburg.     [TA]