Mit neuem Namen und Konzept

Interview Regula Rosenthal, October 9, 2008
In Basel findet vom 13. bis 21. November «The World Art & Antiques Fair» erstmals unter neuem Namen (Cultura) statt. Es nehmen über 70 Aussteller aus zehn Ländern teil. Die Cultura beschreitet neue Wege und präsentiert neben den Ständen der internationalen Kunsthändler insgesamt 12 Sonderausstellungen mit Museen und privaten Sammlungen. Die Cultura wird somit zum einzigartigen Museum auf Zeit.
Lavoir, Frankenthal, 1787/88: Eine der vielen Kostbarkeiten an der Cultura Basel. - Foto PD

Erlesene Ausstellungsstücke, die je kaum öffentlich zu sehen sind, können von den Besuchern besichtigt werden. Unter anderen zeigt die Fondation Leschot aus Bern Werke von Richard Deacon - das Antiquariat Bibermühle zeigt unter dem Titel «Catena Aurea» 25 hauptsächlich mittelalterliche Manuskripte - das weltbekannte Vitra Design Museum wird sich zusammen mit dem Basler Architekturmuseum präsentieren - weiter sind das Jüdische Museum der Schweiz, die Fondation Beyeler und das Antikenmuseum Basel präsent. Die Jüdische Rundschau hatte Gelegenheit, mit Antiquitätenhändler Georges Ségal, der auch dem Ehrenrat der Cultura angehört, vor Ort über die neue Messe zu sprechen.

Jüdische Rundschau: Die Antiquitätenmesse in Basel präsentiert sich erstmals in dieser Form. Was ist vorgefallen?

Georges Ségal: Die Tefaf ist aus Basel ausgestiegen, denn sie hatte die von ihr erhoffte Akzeptanz in Basel nicht erhalten, was sich auch bei den Verkäufen manifestierte. Ein Teil der Kunsthändler hat sich für die älteste Kunstmesse Europas in München entschieden. Die Tefaf wird jedoch nach wie vor in Maastricht abgehalten. Und viele renommierte Händler haben sich für die Cultura engagiert.

JR: Was bietet die Nachfolgeveranstaltung Cultura an?

GS: Es nehmen viele internationale Aussteller teil. Qualität und Breite des Ausstellungsgutes sehen viel versprechend aus. Es werden unter anderen Stände mit klassischer römischer, griechischer und ägyptischer Kunst sowie Spezialisten mit asiatischer, präkolumbianischer und ethnographischer Kunst zu sehen sein. Der Bogen spannt sich weiter mit europäischer Kunst und Antiquitäten von späten gotischen Werken bis zum 20. Jahrhundert. Es werden aber auch Design, Schmuck und Kunsthandwerk des 20. Jahrhunderts ausgestellt, was die Messe somit auch für Sammler attraktiv macht. Die Cultura ist etwas Neues, und ich bin erfreut, dass es sie gibt.

JR: Wer ist hinter der Cultura?

GS: Es ist ein Dreiergremium mit Bernhard Hammer als Chairman of the Board und Miklos von Bartha und Ben Janssens als Co-Chairmen. Ich selbst bin im Ehrenrat des Patronatskomitees tätig.

JR: Wieso gerade Cultura als Name?

GS: Das ist ein treffender Name für die Stadt Basel, die sehr reich an Kultur ist - man denke nur an die Museen in unserer Stadt. Basel ist eine Stadt mit Vergangenheit und mit Gegenwart.

JR: Was ändert sich für Sie persönlich?

GS: Für uns bleibt alles gleich, es muss uns gelingen, dass diese Messe überlebt.Welche Chancen und Prognosen geben Sie der Cultura persönlich?
Ich blicke positiv in die Zukunft und hoffe auf viel Interesse. Ich freue mich auf neue Kontakte und Umsatz, denn in der heutigen Zeit haben wir Kunsthändler keinen einfachen Markt.