Mit erweiterter Spitze in die Zukunft

Peter Abelin, May 18, 2010
Trotz Wirtschaftskrise konnte die Schweizer Wizo-Föderation mehr Spenden für ihre Projekte in Israel gene-rieren als im Vorjahr. An der Delegiertenversammlung in Bern gab sie sich eine breitere Spitze und bestimmte Ressortverantwortliche.
Der erweiterte Vorstand der Wizo Schweiz Gruppiert um die Präsidentin Anne Argi (4. v. r.) und die neue Vizepräsidentin Eva Wyler (4. v. l.)

Präsidentin Anne Argi sagte an der Delegiertenversammlung der Schweizer Wizo-Föderation im Gemeindehaus der Jüdischen Gemeinde Bern: «Die Folgen der Wirtschaftskrise treffen unsere Kunden stark». Dem grösseren Bedarf ständen allerdings weltweit weniger gesammelte Mittel gegenüber. Dies habe dazu geführt, dass wegen mangelnden Platzes und fehlender Lehrkräfte in der Schule von Nahlat Jehuda mehrere Kinder hätten abgewiesen werden müssen. Auch die von der Wizo unterstützten Krippen seien überfüllt. In der Schweiz, die weltweit das grösste Sammelergebnis pro Mitglied aufweise, sind die Spenden allerdings auch im vergangenen Jahr reichlich geflossen. So weist die Rechnung einen Ertrag von 1,6 Millionen Franken auf, gegenüber 1,1 Millionen im Vorjahr. Allein ein anonymer Spender aus Genf hat mit einem sechsstelligen Betrag die Schaffung eines Aufenthaltsraums in Nahlat Jehuda ermöglicht. Auch der israelischen «Dargebotenen Hand» konnte mit einem Beitrag aus der Schweiz der Weiterbestand gesichert werden.

Zur Verbesserung der Effizienz hat sich die Schweizer Wizo eine neue Führungsstruktur gegeben. So wurden nebst Präsidentin, Vizepräsidentin und Kassierin neu acht Ressortverantwortliche bestimmt. Für die zurücktretende Vizepräsidentin Francine Nordmann wurde Eva Wyler gewählt. Dem Exekutivkomitee gehören an: Anne Argi (Lausanne, Präsidentin); Eva Wyler (Zürich, Vizepräsidentin und Verantwortliche für die Krippen); Laurence Guggenheim (Zürich, Kassierin); Nili Fisch (St. Gallen, Schulen); Cornelia
Fischer (Genf, Jugendzentren); Judith Leipziger (Lausanne, Kommunikation); Gaby Lurie Boedeker (Basel, Beisitzerin); Nirit Grünwald (Zürich, Wizo-Aviv); Irène Goldberg (Zürich/Lausanne, Europäischer Dachverband); Joanna David Mangin (Lausanne, Website).

Im zweiten Teil der Versammlung referierte Ziva Elgar, Gattin des israelischen Botschafters in der Schweiz, über die Stellung der Frau in der israelischen Gesellschaft. Sie legte dar, dass die Gleichberechtigung nicht in allen gesellschaftlichen Bereichen erreicht sei. Defizite gebe es etwa in der Arbeitswelt, der Politik, der Armee und im religiösen Bereich. Ihr Fazit: «Der Status der Frauen verbessert sich langsam, aber stetig.»