Millionenspende zum Andenken an Nazi-Zwangsarbeiter
Die Familie Quandt, in deren Besitz sich die Automarke BMW befindet, hat sich verpflichtet, fast sieben Millionen Dollar zu spenden, um die Erinnerung an die Zwangsarbeiter in Nazi-Deutschland wach zu halten. Im September hatte die Familie zugegeben, dass während des Zweiten Weltkriegs auch in ihren Werken Zwangsarbeiter eingesetzt worden sind. Schätzungsweise 50’000 Zwangsarbeiter, einschliesslich Juden aus Nazi-Konzentrationslagern, sind laut einer von der Familie in Auftrag gegebenen Studie in Fabriken des Industriellen Günther Quandt tätig gewesen, die Waffen für die Nazis produziert hatten. Im August diesen Jahres hat Stefan Quandt, ein Enkel Günther Quandts, ein ehemaliges Lager für Zwangsarbeiter in Berlin-Schönefeld besucht und soll dem Vernehmen nach sehr beeindruckt gewesen sein vom «grossen Einsatz und dem historischen Wissen» der Angestellten und Volontäre von dessen Erinnerungszentrum. Laut «Bild am Sonntag» handelt es sich bei der Spende der Familie Quandt um die bisher grösste Vergabung von Privatpersonen in Deutschland für historische Zwecke. – Günther Quandt, der am 1. Mai 1933 in die NSDAP eintrat, wird auch beschuldigt, während des Krieges mit dem Segen der Nazis Firmen, die Juden gehört hatten, übernommen zu haben. Quandt starb 1954. Rund 15 Jahre nach dem Krieg hatte die Familie Aktien von BMW erworben und ist bis heute Mehrheitsaktionärs dieses Herstellers von Luxuswagen. [TA]