Mein Name ist Cohen
Vom 24. November an ist im Jüdisch-Historischen Museum in Amsterdam unter dem Titel «Mein Name ist Cohen» eine ganz spezielle Ausstellung zu sehen. Im Mittelpunkt steht ein Buch des gleichen Namens, das die beiden nicht miteinander verwandten Daniel Cohen (Fotografien) und Mischa Cohen (Text) verfasst haben. Das Buch, das im Rahmen der Ausstellung zum ersten Mal vorgestellt wird, setzt sich aus Porträts einer ganzen Reihe von Cohens zusammen. Aus ihrer eigenen Erfahrung heraus wissen die beiden für das Werk verantwortlichen Cohens, dass unter ihren Namensvettern das Gefühl dominiert, die Leute würden wegen das Hintergrund des Namens von Cohens eine bestimmte Meinung zu ganz bestimmten Themen haben. Das betrifft, wie aus einer Veröffentlichung des Museums hervorgeht, die Meinung zur israelischen Siedlungspolitik ebenso wie die Bedeutung der jüdischen Feiertage, die Konsequenzen der Schoah, das rituelle Schlachten ohne Betäubung, die Beziehungen zu Job Cohen (holländischer sozialdemokratischer Politiker) oder die Argumente für beziehungsweise gegen die Beschneidung. Eine der Fragen, welche die beiden Autoren in ihrem Buch behandeln, lautet: Auf welche Weise bestimmt Ihr Name Ihre Identität? Neben Daniel und Mischa gibt es allein in Holland rund 1500 Cohens. Was haben die anderen Cohens, so fragen Daniel und Mischa sich, zu ihrem Namen zu sagen? Sie suchten nach 25 Cohens aus verschiedenen Generationen und Hintergründen: Männliche, weibliche, Orthodoxe, Agnostiker, pro- und antiisraelisch Eingestellte, Juden, Nichtjuden, Angehörige der ersten, zweiten und dritten post-Schoah-Generationen. In «Mein Name ist Cohen» werden alle ihre Geschichten erzählt. – Die Ausstellung ist bis zum 11. März 2012 im Historisch-Jüdischen Museum an der Nieuwe Amstelstraat 1 in Amsterdam zu sehen. [JU]