Mehr als 100 000 Besucher
Deutschland, Österreich, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Frankreich, Griechenland, Italien, Portugal, Republik Tschechien, Rumänien, Grossbritannien, Slowakien, Schweiz und Spanien waren die teilnehmenden Länder. 500 Veranstaltungen wurden am gleichen Tag in 17 Ländern und 200 Städten organisiert: Tag der offenen Tür, Rundgänge, Ausstellungen, Vorträge, Konzerte… Auf diese Weise konnten die Besucher in einer Atmosphäre von Aufgeschlossenheit und Toleranz das historische Kulturgut im Bereich von Architektur, Kunst, Religion, Gewohnheiten und Traditionen eines Volkes kennen lernen, welches im Laufe der Geschichte immer seinen Beitrag zur Entwicklung aller europäischen Länder geleistet hat.
Das Elsass, mit seiner Erfahrung bei der Organisation dieser Veranstaltung, die nunmehr zum 5. Mal stattfand, hat mit mehr als 12 000 Besuchern den Rekord geschlagen, während im übrigen Frankreich wesentlich geringere Besucherzahlen zu verzeichnen waren. In Rumänien war dieser Kulturtag eine Premiere und allein in die Ausstellung über das rumänische jiddische Theater kamen 2500 Besucher. Die Medien berichteten ausführlich über die anderen Veranstaltungen, Konzerte und offiziellen Empfänge. Mehr als 1000 Besucher kamen in die Synagoge von Sofia in Bulgarien und 350 Zuhörer wurden in einem Konzert gezählt. In Grossbritannien wurde der Europatag der Jüdischen Kultur ebenfalls zum ersten Mal veranstaltet. Ungefähr 10 000 Besucher nahmen in London und sechs anderen Städten daran teil: Birmingham, Bradford, Brighton, Canterbury, Chatham und Manchester. Dies ist ein äusserst ermutigendes Ergebnis. In der Schweiz konkurrierten Städte wie Zürich, Genf, Basel, Luzern, Delémont oder Endingen-Lengnau mit interessantesten Veranstaltungen, zu denen mehr als 2000 Besucher kamen. In der Schweiz wo bereits im Mittelalter aus dem Elsass Juden einwanderten, erhielten diese erst 1866 die Gleichberechtigung, d.h. wesentlich später als in den Nachbarländern.
In Spanien kamen mehr als 10 000 Teilnehmer zur «Jornada Europea de la Cultura Judia» in zahlreichen Städten: Cordoba, Toledo, Madrid, Zaragoza und Segovia. In Girona konnte man für 500 Peseten Spezialitäten der jüdischen Küche probieren. In Bosnien-Herzegowina kamen 350 Besucher zu einem jüdisch-spanischen Konzert in Sarajewo. In der Slowakei war Kulturminister Milan Knazko unter den 3000 Besuchern der jüdischen Kulturstätten in Bratislava: das jüdische Museum, die Synagoge, das Mausoleum «Chatam Sofer» und der jüdische Friedhof. Den Ausklang des Tages bildete ein Konzert mit Klezmer-Musik. Die Tageszeitung «Le Soir» in Brüssel titelte «Grosser und überraschender Erfolg» für diese Premiere in Belgien. Ungefähr 4500 Personen besuchten eine der 18 jüdischen Sehenswürdigkeiten in Antwerpen, Arlon, Brüssel, Lüttich, Malines und Oostende - Konzerte wurden in der Synagoge von Antwerpen gegeben, die Stadtführungen und die Synagoge «la Régence» in Brüssel fanden das grösste Interesse.
Dieser Tag wurde auch in der Ukraine organisiert, wo B’nai B’rith in Lvov ein sehr attraktives Programm veranstaltet hatte mit zahlreichen Vorträgen, einer Gedenkfeier auf den Ruinen der Synagoge «Golden Rose» und am Ende des Tages ein Konzert mit den jungen Tänzern der Gruppe «Mazal Tov».
Bei Redaktionsschluss liegen noch nicht alle Besucherzahlen vor, die hier bereits erwähnten sind jedoch äusserst ermutigend. Zweifellos wurde das Hauptziel der Veranstaltung erreicht, d.h. sich gegenseitig über die Konfessionsgrenzen hinaus besser kennen zu lernen und dazu beizutragen, gegen Vorurteile zu kämpfen, unter denen wir immer noch zu leiden haben. Anfang September 2001 wird s.G.W. wieder ein Europatag der Jüdischen Kultur stattfinden und die Organisatoren glauben fest an weitere Rekorde. Wir möchten hier betonen, dass dieses Vorhaben nur mit der einsatzfreudigen Hilfe von zahllosen freiwilligen Helfern so erfolgreich verwirklicht werden konnte. Der B’nai B’rith Europa möchtet ihnen allen an dieser Stelle ganz herzlich dafür danken.
Quellennachweis: B’nai B’rith Europa, 36 rue Dautzenberg/bte.3, B-1050 Brüssel; e-mail: bb_europe@compuserve.com