Mazel Tov nach England!
Die königliche Hochzeit zwischen Prinz William und Kate Middleton wird zweifellos dieses Jahr das grossartigste Ereignis in Grossbritannien werden, kurz nach dem Pessachfest und kurz vor dem darauffolgenden Schabbat. Dennoch werden prominente Gäste aus der jüdischen Gemeinde wie Oberrabbiner Lord Jonathan Sacks nicht fehlen. Mitfeiern werden auch der berühmte jüdische Autor Simon Sebag Montefiore, ein enger Freund von Prinz Charles, Tony Bayfied, Oberhaupt der britisch-jüdischen Reformbewegung, und zahlreiche jüdische Lords und Ladies.
Obwohl Journalisten und Ahnenforscher seit Monaten versuchen, auch nur die entfernteste jüdische Abstammung bei Kates Mutter, einer geborenen Goldsmith, nachzuweisen, blieben solche Bemühungen erfolglos. Von einem Buckingham-Palace-Sprecher hervorgehoben wurde jedoch ein Geschenk, dass das prinzliche Paar bereits erhalten hat, und das Matthew Gould, dem britischen Konsul in Israel offiziell überreicht wurde: eine geschmackvolle, in Hebräisch und Englisch geschriebene Ketuba, die von dem israelisch-britischen Künster Michael Horton eigens für das Paar angefertigt wurde, keine religiösen Anspielungen beinhaltet und «William und Kate besondere Freude bereitet habe» wie Gould sagte. Gould ist übrigens der erste jüdische Konsul, den Grossbritannien je nach Israel gesendet hat. Dass dieser jüdische Heiratsvertrag William und Kate nicht als offizielle Urkunde dienen wird, dürfte wohl niemanden überraschen. Auch das Gerücht, dass Prinz William nach jüdischem Brauch ein Glas zerbrechen werde, hat sich als Zeitungsente erwiesen. Allerdings hofft man hier, dass Prinz William und seine Braut, zwei reiselustige junge Leute, in nicht allzuweiter Zukunft den Nahen Osten und Israel bereisen mögen. In Jerusalem liegt ja Williams Urgrossmutter, Prinzessin Alice von Battenberg, begraben. Während des Holocaust hat sie zahlreiche Juden in Schutz genommen und wurde dafür in Yad Vashem als «Gerechte unter den Völkern» geehrt.