Mahnerin
Inge Deutschkron überlebte gemeinsam mit ihrer Mutter dank der Hilfe nicht jüdischer Freunde die letzten Kriegsjahre versteckt in Berlin. Wie dieses Leben war, beschreibt sie eindrücklich in «Ich trug den gelben Stern». Die Journalistin setzt sich seit Jahren für jene Menschen ein, die während der NS-Zeit durch ihre Zivilcourage Menschen das Leben retteten: Frauen und Männer, die Deutschkron «Stille Helden» nennt. Die Jury «würdigt in Inge Deutschkron eine im In- und Ausland hoch geachtete Persönlichkeit und eine streitbare Mahnerin gegen das Vergessen». Lange Jahre arbeitete Deutschkron für die israelische Zeitung «Maariav», sowohl in Deutschland als auch in Israel. Deutschkron hat mehrfach das Bundesverdienstkreuz für ihr Engagement gegen Rassismus und für die Menschenrechte abgelehnt, weil damit in den fünfziger Jahren viele Altnazis gewürdigt worden seien. Den Carl-von Ossietzky-Preis wird sie am 4. Mai entgegennehmen. [ta]