Linse

December 11, 2008
Ihre erste Kamera bekam Gisèle Freund von ihrem Vater zur Abiturprüfung geschenkt.
Gisèle Freund

Doch vorerst galt das Interesse der in Berlin geborenen und aufgewachsenen Gisèle Freund mehr der theoretischen Grundlage der Fotografie. Ihre Doktorarbeit führte sie 1931 nach Paris. Die Machtergreifung 1933 liess Freund, als Jüdin und als Sympathisantin des Kommunismus doppelt gefährdet, endgültig emigrieren. Als 1938 der erste Farbfilm auf den Markt kam, porträtierte sie viele Schriftsteller und Intellektuelle wie James Jocye, Walter Benjamin oder Virginia Woolf. Diese Fotos, zusammen mit Bildreportagen aus ihrem späteren lateinamerikanischen Exil, machten aus ihr eine bekannte Fotografin, die sich jedoch auch immer für Theorie und Geschichte des Mediums interessierte und dazu publizierte. Mit ihrer Teilnahme an der documenta 1977 in Kassel überschritt Gisèle Freund die Grenze zwischen Kunst- und Pressefotografie. Die Fotografin starb im Alter von 91 Jahren im Jahr 2000. Am nächsten Freitag jährt sich ihr Geburtstag zum 100. Mal. Im Willy-Brandt-Haus in Berlin ist aus diesem Anlass noch bis 17. Januar 2009 eine Ausstellung mit
ihren Werken zu sehen.