Leichte Zunahme

October 5, 2011
US-Staaten mit grosser jüdischer Bevölkerung registrieren gemäss der Organisation Anti-Defamation League am meisten antisemitische Zwischenfälle.

Insgesamt 1239 antisemitische Zwischenfälle registrierte die Anti-Defamation League (ADL) für das Jahr 2010 in den USA. Zum ersten Mal seit 2004 stellte ein solcher Bericht damit wieder eine Zunahme fest, die allerdings mit 29 sehr bescheiden ausgefallen ist. Die ADL verfolgt das Geschehen in 45 US-Staaten und im District of Columbia. Die höchsten Zahlen antisemitischer Zwischenfälle meldeten die Staaten Kalifornien (297, plus 22), New York (205, minus 4), New Jersey (130, minus 2) und Florida (116, plus 26). Die genannten Staaten verfügen alle über eine wesentliche jüdische Bevölkerung. Der am Dienstag veröffentlichte ADL-Bericht berücksichtigt keine Cyberspace-Akte, sondern konzentriert sich auf Vandalismus, Belästigungen und physische Attacken gegen jüdische Individuen, Gemeindeinstitutionen und –eigentum in den USA. Die ADL stellt für 2010 total 140 mehr Fälle antisemitischer Belästigungen, Bedrohungen und Ereignisse fest als im Jahr davor, doch 105 Fälle weniger an antisemitisch motiviertem Vandalismus. Seit 2004, als mit total 1821 Zwischenfällen ein Rekord registriert worden ist, konnte bis 2009 ein stetiger Rückgang verzeichnet werden. Ob die für das Berichtsjahr registrierte Zunahme von 29 Ereignissen eine Trendwende darstellt, oder eher zufällig ist, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Abe Foxman, der nationale ADL-Direktor, spricht angesichts der Ergebnisse für 2010 von einer «Periode relativer Ruhe» mit «isolierten Zwischenfällen». Auf der anderen Seite bedauert er, dass antijüdische Zwischenfälle trotz aller Bemühungen der ADL, zu erziehen und das Bewusstsein zu wecken, sowie die Gesetzgebung zu aktivieren ein «beunruhigender Bestandteil» des amerikanisch-jüdischen Alltags bleiben. [JU]