Kritik an Rabbinern

December 24, 2010

Eindeutige, teils harsche Worte der Kritik lassen Rabbiner in aller Welt gegen den Aufruf einiger dutzend israelischer Kollegen verlauten, keine Wohnungen an nicht jüdische, sprich arabische, Interessenten zu vermieten oder zu verkaufen. In einer seltenen Demonstration der Übereinstimmung verurteilen amerikanische Vereinigungen für modern-orthodoxe und konservative Rabbinervereinigungen sowie der Sprecher der ultraorthodoxen amerikanischen Agudat Israel die Initiative der israelischen Rabbiner, deren Auslöser der Oberrabbiner der Stadt Zfat gewesen ist. Dort sind in den letzten Monaten die Spannungen zwischen ultrareligiösen und arabischen Studenten merklich gestiegen. Im gleich kritischen Sinne äusserten sich in einer vom New Israel Fund gesponserten Online-Petition 914 grösstenteils nicht orthodoxe Rabbiner aus aller Welt. Aus der Schweiz haben den Aufruf Rabbiner Michael Goldberger und Michel Bollag, Co-Leiter des Zürcher Lehrhauses, unterzeichnet. Unklarheit herrscht über die Zahl der Rabbiner, die den israelischen Aufruf unterzeichnet haben. Die Schätzungen bewegen sich zwischen weniger als 100 und über 300. Internationale Aufmerksamkeit erregte der Aufruf vor allem durch den Umstand, dass es sich bei Dutzenden von Mitunterzeichnern um städtische Rabbiner handelt, die ihren Lohn von der israelischen Regierung erhalten.    [ju/VW]