Kosmetik und Umweltschutz

Von Jacques Ungar, December 10, 2009
Wer auf Hebräisch von «ahava» spricht, der spricht von Liebe. In Israel meint Ahava aber noch etwas anderes: Die Kurzform für Ahava Dead Sea Laboratories, ein Kosmetikproduzent unweit des Badestrands Mineral Beach am Toten Meer.
MINERALHALTIG Die Essenz aller Ahava-Produkte ist der mineralhaltige Schlamm aus dem Toten Meer. Nur die innerste Substanz wird benutzt, der Rest geht ins Meer zurück

Alon Gertman, Vizepräsident von Ahava und verantwortlich für die Produktion, erzählt tachles: «Die Anfänge der Wirtschaftstätigkeit an diesem Standort reichen bis in die dreissiger Jahre zurück, als der aus Sibirien eingewanderte, zionistisch-sozialistisch motivierte Moshe Novomejski hier die erste Solarstation in der Region errichtete. Bei Ausbruch des Unabhängigkeitskriegs 1948 fasste die damalige politische Führung des entstehenden Staates den strategischen Beschluss, keine Kräfte mehr auf den Standort zu verschwenden: «Nach 1967 kehrten wir wieder hierher zurück, und seither befindet sich Ahava in einem steten Entwicklungs- und Wachstumsprozess», so Gertman.

Die Zahlen und Daten bekräftigen Gertmans Beschreibung. Der Umsatz von Ahava beläuft sich heute auf rund 50 Millionen Dollar pro Jahr (genaue Zahlen werden nicht veröffentlicht); am Standort Totes Meer arbeiten rund 70 Personen, weltweit beschäftigt der Konzern etwa 250 Mitarbeiter. Im deutschen Wiesbaden und in New York betreibt Ahava Tochtergesellschaften, wobei die Niederlassung in Deutschland auch für die Geschäfte in Österreich und der Schweiz zuständig ist. Versuche mit einer eigenständigen Marketingtätigkeit in der Schweiz haben, so Gertman, nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Dass Ahava dennoch seine Position international laufend verstärkt, beweist die wachsende Zahl der Verkaufsstätten im Ausland. Neben Berlin, London und Budapest ­finden sich heute Ahava-Läden auch in Singapur und New York. In Frankreich werden die Produkte von der Ladenkette Sefora vertrieben.

Investitionen in die Forschung

30 bis 40 Prozent der Produktion setzt Ahava derzeit in den USA ab, während Deutschland zehn Prozent verkauft. Darüber hinaus wächst die Bedeutung von Russland als Abnehmer von Ahava-Produkten zunehmend. «Die Entwicklung eines neuen Produkts oder einer neuen Linie beansprucht zwei bis drei Jahre», so Gertman. Im Forschungsbereich arbeitet Ahava eng mit der Hebrew University in Jerusalem zusammen, aber auch mit der EU, speziell mit Belgien und Frankreich. Die Labors der Firma befinden sich am Toten Meer – hier entsteht zurzeit ein Neubau für eine Million Dollar – und auf dem Campus Givat Ram der Hebrew University. Die Nanotechnologie findet im Produktionsprozess immer stärkere Anwendung.

Besonderes Schwergewicht legt man bei Ahava auf den Umweltschutz. So erfüllt die Firma die Umweltnorm ISO 14000 ebenso wie ISO 18000, bei der Sicher­heitsvorkehrungen und das Wohlbefinden der Arbeitnehmer im Mittelpunkt stehen. Konkret ist der Betrieb derzeit bestrebt, alle Natriumlaurylethersulfate aus den Produkten zu eliminieren. Diese ­haben, so Gertman, hautreizende Eigenschaften und können auch krebsfördernd sein.

Umweltschutz-Massnahmen

Die Philosophie von Ahava besteht darin, erstens die belebenden Eigenschaften der Mineralien des Toten Meeres für die Haut zu nutzen und zweitens sich bei der Herstellung der Kosmetikprodukte ausschliesslich auf die lokalen Ressourcen im und am Toten Meer zu beschränken. Zu den Spe­zialitäten des Betriebs ge­hören unter anderem die Entwicklung von Produkten, die den Alterungsprozess ­verlangsamen sowie die Entwicklung von Wellness- und medizinischen Behand­lungen.

Ebenfalls in den Bereich des Umweltschutzes gehört die betriebseigene Abwasserreinigung bei Ahava. In sieben ­Teichen wird das Wasser geklärt und später zur Bewässerung von vom Aus­sterben bedrohten regionalen Pflanzen­arten benutzt. Diese Pflanzen werden derzeit in einer Gartenanlage vor dem Hauptgebäude angepflanzt. Für Besucher soll demnächst ein Audioinformationssystem in Betrieb genommen werden, das auf Englisch und Hebräisch über die Geschichte von Ahava informiert. «Bereits jetzt können wir dank unserer Kläranlage eine Zunahme des Vogelbestandes in der Umgebung unserer Gebäude feststellen», meint Gertman nicht ohne Stolz. Generell darf gesagt werden, dass die Ahava Dead Sea Laboratories mit ihrer erfolgreichen Kombination von kommerzieller Opti­mierung, Rücksicht auf die Umwelt und ­Nutzung ausschliesslich lokaler Ressourcen seit Jahrzehnten in Israel bereits ­Pionierarbeit leisten.

www.ahava.co.il